Themenbereich 2: Duales System der Berufsausbildung: „Rechte und Pflichten der Beteiligten“

Im Zusammenhang mit dem Fach Wirtschafts- und Sozialkunde versteht man unter dem Begriff „Duales System“ die Berufsausbildung, die in Betrieben und in der Berufsschule durchgeführt wird. Die beiden Schienen Praxis im Fachbetrieb und Theorie plus teilweise auch Praxis in der Berufsschule sind seit Jahrzehnten ein Erfolgsmodell, das von vielen Ländern versucht wird, zu kopieren.

Betrieblicher Ausbildungsplan, Ausbildungsrahmenplan und Rahmenlehrplan (KMK) – Unterschiede, Zusammenspiel, Quellen

 

Erreichte Lernziele „Ich – kann-Sätze“ nach Bearbeitung der folgenden Seiten

 

Ich kann den betrieblichen Ausbildungsplan, den Ausbildungsrahmenplan (nach BBiG) und den Rahmenlehrplan (KMK) sicher unterscheiden und ihr Zusammenspiel erklären. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 Ich kann rechtlich korrekt benennen, was im Ausbildungsvertrag stehen muss und welche Unterlagen (sachliche/zeitliche Gliederung) beizufügen sind. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

 Ich kann die Zuständigkeiten von Bund/BIBB, Ländern/KMK sowie Betrieb und Berufsschule in der dualen Ausbildung belegen und Quellen finden (KMK-Downloadbereich). (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

Ich kann alle Aufgaben mit selbstformulierten, korrekten Antworten und alle Multiple-Choice-Aufgaben richtig lösen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

Punkteskala zur Selbsteinschätzung: 0 Punkte (–): Kann ich gar nicht! 1 Punkt (+/–): Fällt mir noch schwer! 3 Punkte (+): Fällt mir leicht – bin mir aber noch etwas unsicher! 5 Punkte (++): Fällt mir sehr leicht!

 

Was ist eigentlich ein betrieblicher Ausbildungsplan?

Der Ausbildungsplan dient während deiner Ausbildung als Orientierungshilfe – sowohl für dich als auch für deine/n Ausbilder/in. Hier erfährst du, was der Ausbildungsplan genau ist und welche Inhalte er umfassen sollte.

 

Dein Ausbilder oder deine Ausbilderin erstellt den sogenannten „betrieblichen Ausbildungsplan“ auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans, der wiederum Teil der Ausbildungsordnung ist. Das Ziel deines Ausbildungsplans ist die Planung eines pädagogisch sinnvollen, sachlich und zeitlich korrekten Ausbildungsverlaufs.

 

Der Ausbildungsplan legt deshalb wichtige Lernziele deiner Ausbildung fest – also die Fähigkeiten und Kenntnisse, die dir vermittelt werden sollen. Dabei ist er auf die speziellen Gegebenheiten im Betrieb abgestimmt. Der Ausbildungsplan wird dir vor Beginn des Arbeitsverhältnisses vertraglich ausgehändigt und ist Teil des Ausbildungsvertrags.

 

Diese Punkte sollte ein betrieblicher Ausbildungsplan enthalten

◾Ausbildungsunternehmen

◾Zuständiger Berufsschulstandort

◾Zeitliche Abfolge

◾Es müssen alle im Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse enthalten sein.

◾Auch die Probezeit ist im Ausbildungsplan aufgeführt. Sie sollte so gestaltet sein, dass sich der Betrieb anschließend über die Eignung und Interessen der/des Auszubildenden ein Urteil bilden kann.

◾Der Plan sollte in eine überschaubare Anzahl an Ausbildungseinheiten unterteilt werden. Dazu sollten Kenntnisse und Fähigkeiten zusammengefasst werden, die einzelnen Abteilungen innerhalb des Betriebs zugeordnet werden können.

 

◾Der Inhalt muss die Reihenfolge der Abschlussprüfung berücksichtigen.

◾Sofern einzelne Ausbildungseinheiten über Lehrgänge oder durch Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte vermittelt werden, sollte berücksichtigt werden, dass betriebliche und außerbetriebliche Maßnahmen zeitlich ineinander greifen und aufeinander aufbauen.

◾Jede zeitliche Gliederung soll überschaubare Abschnitte von höchstens sechs Monaten vorsehen und den Urlaub berücksichtigen. Wenn möglich, sind Unterabschnitte anzugeben.

 

Unterschied von Ausbildungsplan und Ausbildungsrahmenplan

Der betriebliche Ausbildungsplan wird auf Basis des Ausbildungsrahmenplans erstellt. Du möchtest wissen, was der Unterschied zwischen einem betrieblichen Ausbildungsplan und einem Ausbildungsrahmenplan ist? Hier zeigen wir dir mit Beispielen, wie sich die Inhalte voneinander unterscheiden.

 

Quelle und sehr zu empfehlen:  https://ausbildung-me.de/blog/blog-detail/was-ist-ein-ausbildungsrahmenplan

 

Ausbildung: Was ist ein Rahmenlehrplan?

Der Rahmenlehrplan legt die Ziele und Inhalte einer Ausbildung fest, die im Unterricht in der Berufsschule vermittelt werden sollen. Hier findest du Beispiele und erfährst, was der Unterschied zum Ausbildungsrahmenplan ist.

 

Rund um die duale Ausbildung gibt es viele Begriffe mit unterschiedlichen Bedeutungen, bei denen man leicht durcheinanderkommen kann. Dazu gehören:

 

◾die Ausbildungsordnung,

◾der betriebliche Ausbildungsplan,

◾der Ausbildungsrahmenplan und auch der Rahmenlehrplan, den wir hier erläutern und von den anderen Begrifflichkeiten abgrenzen möchten.

 

Die duale Ausbildung findet sowohl im Ausbildungsunternehmen als auch in der Berufsschule statt. In der Praxis sieht das meist so aus, dass du 3 Tage in der Woche im Unternehmen arbeitest und lernst und 2 Tage die Woche in die Berufsschule gehst. Während der Ausbildungsrahmenplan festlegt, welche Inhalte in der dualen Ausbildung im Unternehmen vermittelt werden (z.B. Kfz-Mechatroniker/innen sollen innerhalb von drei Wochen im ersten Ausbildungsjahr im Betrieb lernen, wie man elektrotechnische Gefahren beurteilt und analysiert), legt der Rahmenlehrplan die Inhalte fest, die in der Berufsschule gelehrt werden sollen.

Quelle: https://ausbildung-me.de/blog/blog-detail/ausbildung-was-ist-ein-rahmenlehrplan

 

Wer erstellt Rahmenlehrpläne?

Rahmenlehrpläne werden von der Kultusministerkonferenz beschlossen, nachdem sie mit den Ausbildungsordnungen abgestimmt wurden, und werden dann von den Bundesländern übernommen oder von den Berufsschulen in eigene Lehrpläne umgesetzt. Da die Berufsschulen von Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorkenntnissen besucht werden, sind die Rahmenlehrpläne so offen gestaltet, dass sie an die Erfordernisse des jeweiligen Unterrichts angepasst werden können. Grundsätzlich bauen sie auf dem Niveau des Hauptschulabschlusses auf.

 

Wo finde ich die Rahmenlehrpläne?

Die Rahmenlehrpläne für die verschiedenen Ausbildungsberufe kannst du dir auf der Website der Kultusministerkonferenz herunterladen.

Mündige Auszubildende informieren sich selbständig über die Inhalte Ihrer Ausbildung.

Auch Landmaschinenmechatroniker, sowie KFZ-Mechatroniker sollten hier nach etwas runterscrollen fündig werden:

 

WICHTIG – WICHTIG - WICHTIG – WICHTIG - WICHTIG – WICHTIG :

 

Anklicken oder in den Browser kopieren und weiter runterscrollen bis:

 

 https://www.kmk.org/themen/berufliche-schulen/duale-berufsausbildung/downloadbereich-rahmenlehrplaene.html  

 

Wiederholung: Worum geht es?

 

Der betriebliche Ausbildungsplan dient während der Ausbildung als Orientierung – für Auszubildende und Ausbildende. Er wird vom Betrieb auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans erstellt und legt pädagogisch sinnvoll sowie sachlich und zeitlich strukturiert fest, welche Fähigkeiten und Kenntnisse im Betrieb vermittelt werden. Die sachliche und zeitliche Gliederung ist Vertragsinhalt nach § 11 BBiG; sie ist dem Ausbildungsvertrag als Anlage beizufügen.

 

Wer erstellt was?

Der Ausbildungsrahmenplan ist Teil der Ausbildungsordnung (Bundesrecht). Er beschreibt verbindlich, welche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten im Betrieb zu vermitteln sind und wie ihre Vermittlung sachlich/zeitlich zu gliedern ist. Darauf basiert der betriebliche Ausbildungsplan des Unternehmens.

 

Der Rahmenlehrplan legt die Ziele und Inhalte des schulischen Teils in der Berufsschule fest und wird von der Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen; er ist mit der Ausbildungsordnung abgestimmt. Download: KMK-Downloadbereich Rahmenlehrpläne.

 

Wie ist die duale Ausbildung organisiert?

Die Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Der Rahmenlehrplan bestimmt die schulischen Inhalte; sie sind mit den betrieblichen Lernzielen abgestimmt. Die konkrete Organisation (Blockunterricht, 1–2 Schultage/Woche etc.) legt die zuständige Stelle bzw. das Land fest; beides ist möglich. Ein Schema „3 Tage Betrieb / 2 Tage Schule“ ist ein Beispiel, keine bundesweit starre Regel.

 

Was muss ein betrieblicher Ausbildungsplan enthalten?

– Angaben zum Ausbildungsunternehmen und (soweit relevant) Berufsschulstandort

– Zeitliche Abfolge der Ausbildung im Betrieb (sachliche/zeitliche Gliederung)

– Abdeckung aller im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten/Kenntnisse

– Zuordnung der Inhalte zu Abteilungen/Arbeitsplätzen im Betrieb; sinnvolle Ausbildungseinheiten

– Berücksichtigung von Reihenfolgen und Prüfungsanforderungen der Ausbildungsordnung

– Abstimmung und Verzahnung mit außerbetrieblichen Lehrgängen (z. B. ÜLU/ÜBL), wenn vorgesehen

– Plan mit überschaubaren Abschnitten (Praxis: häufig halbe-Jahres-Bausteine) und Urlaubsplanung

 

Rechtsgrundlagen/Hintergrund: BBiG § 5 (Ausbildungsordnung inkl. Ausbildungsrahmenplan); § 11 (sachliche/zeitliche Gliederung im Vertrag). Praxis-/IHK-Hinweise bekräftigen die Pflicht, die Gliederung dem Vertrag beizufügen.

 

 Arbeitsaufgaben mit Lösungsvorschlägen

Aufgabe 50:  Unterscheide Ausbildungsordnung und den Ausbildungsrahmenplan, betrieblicher Ausbildungsplan und Rahmenlehrplan (je 2–3 Sätze) und nenne, wer jeweils wofür zuständig ist.

 

Lösung :

– Ausbildungsordnung: regelt Beruf, Dauer, Mindestinhalte, Prüfungen; enthält Ausbildungsrahmenplan (Anleitung zur sachlichen/zeitlichen Gliederung).

– Betrieblicher Ausbildungsplan(Betrieb): setzt Rahmenplan betriebsbezogen um; sachliche/zeitliche Gliederung ist Vertragsanlage (§ 11 BBiG).

– Rahmenlehrplan (KMK/Länder): regelt schulische Inhalte der Berufsschule; mit der Ausbildungsordnung abgestimmt.

 

Aufgabe 52:  Welche Pflichtangaben zum Ausbildungsvertrag sind besonders relevant?

 

Lösung (Stichpunkte): § 11 BBiG – u. a. Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung; Beginn/Dauer; Ausbildungsstätte; ggf. außerbetriebliche Maßnahmen; Probezeit; Vergütung; Urlaub; Kündigungsvoraussetzungen. Sachliche/zeitliche Gliederung als Anlage beizufügen (IHK/BIBB-Hinweis).

 

Aufgabe 53: Suche den Rahmenlehrplan deines Berufs im KMK-Downloadbereich und notiere zwei Lernfelder des 1. Ausbildungsjahres.

 

Lösung (Stichpunkte): KMK-Downloadbereich öffnen → Beruf auswählen → PDF „Rahmenlehrplan“ → Lernfelder (Bezeichnungen variieren je Beruf) notieren; Quelle dokumentieren (Titel, Datum).

 

Aufgabe 54: Multiple-Choice-Aufgaben (A–D; eine Antwort richtig) –

 

 

54a: Wer beschließt die Rahmenlehrpläne für die Berufsschule?

A Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

B Kultusministerkonferenz (KMK)

C Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) allein

D Industrie- und Handelskammern (IHK). Lösung: B ist richtig.

 

 Arbeitsaufgabe 55 bis 60 = Textboxaufgaben Nr. 1 bis 5

 

Textboxaufgabe 1: Das duale System

Die Berufsausbildung in Deutschland wird als duales System bezeichnet, weil sie an zwei Lernorten stattfindet. Die praktische Ausbildung erfolgt hauptsächlich in [Textbox 1:_____     ], während die theoretischen Inhalte vor allem in [Textbox 2:_____ ] vermittelt werden. Für die betriebliche Ausbildung ist der [Textbox 3:_____          ] eine wichtige Grundlage. Für den Unterricht in der Berufsschule ist dagegen der [Textbox 4:_____ ] von besonderer Bedeutung.

 

Textbox 1:_____ :

A dem Ausbildungsbetrieb

B der Kultusministerkonferenz

C der Handwerkskammer

D dem Prüfungsausschuss

 

Textbox 2:_____ :

A der Berufsschule

B dem Ausbildungsbetrieb

C der Innung

D dem Gewerbeamt

 

Textbox 3:_____ :

A Ausbildungsrahmenplan

B Rahmenlehrplan

C Stundenplan

D Tarifvertrag

 

Textbox 4:_____ :

A Rahmenlehrplan

B betriebliche Ausbildungsplan

C Arbeitsvertrag

D Tarifvertrag

 

Lösungen:

Textbox 1:_____ : A = dem Ausbildungsbetrieb

Textbox 2:_____ : A = der Berufsschule

Textbox 3:_____ : A = Ausbildungsrahmenplan

Textbox 4:_____ : A = Rahmenlehrplan

 

Textboxaufgabe 2: Ausbildungsrahmenplan und betrieblicher Ausbildungsplan

Der Ausbildungsrahmenplan ist Bestandteil der [Textbox 1:_____ ] und gehört damit zum Bundesrecht. Er legt verbindlich fest, welche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten während der betrieblichen Ausbildung vermittelt werden müssen. Auf seiner Grundlage erstellt der Betrieb den [Textbox 2:_____ ]. Dieser berücksichtigt die konkreten Gegebenheiten des [Textbox 3:_____ ] und soll einen sachlich und zeitlich sinnvollen [Textbox 4:_____ ] ermöglichen.

 

Textbox 1:_____ :

A Ausbildungsordnung

B Betriebsvereinbarung

C Prüfungsordnung

D Schulordnung

 

Textbox 2:_____ :

A betrieblichen Ausbildungsplan

B Rahmenlehrplan

C Berufsschullehrplan

D Ausbildungsvertrag

 

Textbox 3:_____ :

A Ausbildungsbetriebs

B Bundeslandes

C Prüfungsausschusses

D Kultusministeriums

 

Textbox 4:_____ :

A Ausbildungsverlauf

B Tarifabschluss

C Schulabschluss

D Betriebswechsel

 

Lösungen:

Textbox 1:_____ : A = Ausbildungsordnung

Textbox 2:_____ : A = betrieblichen Ausbildungsplan

Textbox 3:_____ : A = Ausbildungsbetriebs

Textbox 4:_____ : A = Ausbildungsverlauf

 

Textboxaufgabe 3: Inhalt des betrieblichen Ausbildungsplans

Ein betrieblicher Ausbildungsplan muss sich am Ausbildungsrahmenplan orientieren. Die dort genannten [Textbox 1:_____ ] müssen in der betrieblichen Ausbildung berücksichtigt werden. Die Ausbildungsinhalte werden passenden Abteilungen und [Textbox 2:_____ ] im Betrieb zugeordnet. Außerdem muss die [Textbox 3:_____ ] der Ausbildung geplant werden. Dabei sind auch die Prüfungsanforderungen der [Textbox 4:_____ ] zu berücksichtigen.

 

Textbox 1:_____ :

A Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

B Schulnoten, Fehlzeiten und Zeugnisse

C Löhne, Steuern und Sozialabgaben

D Umsätze, Gewinne und Verluste

 

Textbox 2:_____ :

A Arbeitsplätzen

B Kultusministerien

C Berufsschulklassen

D Prüfungsausschüssen

 

Textbox 3:_____ :

A zeitliche Abfolge

B Tarifbindung

C Entgeltabrechnung

D Rechtsform

 

Textbox 4:_____ :

A Ausbildungsordnung

B Betriebsordnung

C Schulordnung

D Tarifordnung

 

Lösungen:

Textbox 1:_____ : A = Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

Textbox 2:_____ : A = Arbeitsplätzen

Textbox 3:_____ : A = zeitliche Abfolge

Textbox 4:_____ : A = Ausbildungsordnung

 

Textboxaufgabe 4: Der Rahmenlehrplan

Der Rahmenlehrplan betrifft vor allem den Unterricht in der [Textbox 1:_____ ]. Er beschreibt Ziele und Inhalte, die dort vermittelt werden sollen. Rahmenlehrpläne werden von der [Textbox 2:_____ ] beschlossen. Dabei werden sie mit den [Textbox 3:_____ ] für die betriebliche Ausbildung abgestimmt. Die Bundesländer können die Rahmenlehrpläne anschließend übernehmen oder in eigene [Textbox 4:_____ ] umsetzen.

 

Textbox 1:_____ :

A Berufsschule

B Personalabteilung

C Handwerkskammer

D Ausbildungswerkstatt

 

Textbox 2:_____ :

A Kultusministerkonferenz

B Bundesagentur für Arbeit

C Industrie- und Handelskammer

D Berufsgenossenschaft

 

Textbox 3:_____ :

A Ausbildungsordnungen

B Arbeitsverträgen

C Betriebsvereinbarungen

D Tarifverträgen

 

Textbox 4:_____ :

A Lehrpläne

B Ausbildungsverträge

C Tarifordnungen

D Betriebsvereinbarungen

 

Lösungen:

Textbox 1:_____ : A = Berufsschule

Textbox 2:_____ : A = Kultusministerkonferenz

Textbox 3:_____ : A = Ausbildungsordnungen

Textbox 4:_____ : A = Lehrpläne

 

Textboxaufgabe 5: Wer regelt welchen Bereich?

Ein Auszubildender möchte verstehen, warum es für seinen Ausbildungsberuf verschiedene Pläne gibt. Der [Textbox 1:_____ ] beschreibt verbindlich die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die im Betrieb vermittelt werden müssen. Auf dieser Grundlage erstellt das Unternehmen seinen [Textbox 2:_____ ]. Dieser passt die Ausbildung an die konkreten betrieblichen Gegebenheiten an. Für die schulische Seite der dualen Ausbildung ist dagegen der [Textbox 3:_____ ] wichtig. Er wird von der [Textbox 4:_____ ] beschlossen und anschließend von den Bundesländern übernommen oder in eigene Lehrpläne umgesetzt.

 

Textbox 1:_____ :

A Ausbildungsrahmenplan

B betriebliche Ausbildungsplan

C Rahmenlehrplan

D Stundenplan

 

Textbox 2:_____ :

A betrieblichen Ausbildungsplan

B Rahmenlehrplan

C Ausbildungsrahmenplan

D Lehrplan des Bundeslandes

 

Textbox 3:_____ :

A Rahmenlehrplan

B betriebliche Ausbildungsplan

C Ausbildungsnachweis

D Ausbildungsrahmenplan

 

Textbox 4:_____ :

A Kultusministerkonferenz

B Ausbildungsbetrieb

C Berufsgenossenschaft

D Bundesagentur für Arbeit

 

Lösungen:

Textbox 1:_____ : A = Ausbildungsrahmenplan

Textbox 2:_____ : A = betrieblichen Ausbildungsplan

Textbox 3:_____ : A = Rahmenlehrplan

Textbox 4:_____ : A = Kultusministerkonferenz

 

Das Arbeitsrecht wird im Dualen System durch das Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt. Das Berufsbildungsgesetz gilt für die Berufsausbildung, Fortbildung, Umschulung und die Berufsausbildungsvorbereitung. (U13)  So gilt das Berufsbildungsgesetz für Berufe wie Bau- und Landmaschinen-Mechatroniker, Maurer, Kfz-Mechatroniker, Werkzeugmechaniker usw. .

 

Was ist die Berufsausbildungsvorbereitung?

Berufs(ausbildungs)vorbereitung bezeichnet qualifizierende Angebote für junge Menschen, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt, aber auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt keinen Platz gefunden haben. Sie wird von verschiedenen Seiten übernommen: (berufsbildende) Schule, Berufskollegs, Jugendhilfe und Bundesagentur für Arbeit. Ziel ist es diesen Jugendlichen zu helfen den Anforderungen der Berufsausbildungen zu entsprechen.

 

Ist die Anwesenheit für den Auszubildenden in der Berufsschule Pflicht?

Der regelmäßige Besuch der Berufsschule ist zwingend notwendig für das Gelingen der Ausbildung. Daher haben Ausbildende Auszubildende für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen (§15 BBiG) und sie sind verpflichtet, die Auszubildenden zum Besuch der Berufsschule anzuhalten (§14 Abs. 1 Nr. 4 BBiG)

 

Das Berufsbildungsgesetz gilt nicht für Ausbildungsgänge wie das Abitur, eine Berufsfachschule, eine schulische Laufbahn, z. B. für die Karriere eines Polizisten und erst recht nicht für VHS Kurse.

 

 

Praktische Auswirkungen des Berufsbildungsgesetzes können sein …

 

Der Ausbilder oder Ausbildende muss dem Auszubildenden kostenlos die Mittel zur Verfügung stellen, die für das Ablegen der Abschlussprüfung erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem auch die Werkzeuge und die Werkstoffe. Dies muss kostenlos geschehen.

 

(H)  

 

Des Weiteren regelt das Berufsbildungsgesetz, dass die Abschlussprüfung von dem Prüfungsausschuss, der aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Berufsschullehrern besteht, festgestellt werden muss.

 

Arbeitsaufgabe 61: In welchem Gesetz sind die wichtigsten Grundlagen für die Ausbildung geregelt?

 

Arbeitsaufgabe 62: Erkläre mit eigenen Worten die folgenden Begriffe.

 

Der Ausbildungsplan ist…

Die Ausbildungsordnung…

Der betriebliche Ausbildungsplan ist..

Der Ausbildungsrahmenplan ist…

 

 Merke dir die folgenden Aussagen zum „Dualen System der Berufsausbildung“!

 

(A)    Duales System bedeutet, dass die Ausbildung durch den Betrieb und die Berufsschule erfolgt

(B)    Als Partner des „Dualen Systems“ ist der Betrieb verpflichtet, Auszubildende für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen –

(C)    Der Berufsausbildungsvertrag im Handwerk wird im „Dualen System“ bei der Handwerkskammer eingetragen.

(D)    Auszubildende benötigen für den Abschluss eines Berufsausbildungsvertrags im „Dualen System“ keinen Schulabschluss, außer der Arbeitgeber verlangt das.

(E)    Die Kündigungsvoraussetzungen während der Berufsausbildung sind im Berufsbildungsgesetz geregelt.

(F)    Nach Ablauf der Probezeit können Auszubildende nur aus einem wichtigen Grund gekündigt werden.

 

 

Einfaches und qualifiziertes Arbeitszeugnis

Nach Beendigung der Ausbildung hat der Auszubildende das Anrecht auf ein einfaches Arbeits- oder Ausbildungszeugnis. In diesem Zeugnis müssen die folgenden Angaben enthalten sein:

-        erworbene Fertigkeiten,

-        Dauer, Art

-        und Ziel der Ausbildung.

 

 Dieses einfache Arbeitszeugnis wird zum qualifizierten Zeugnis, wenn auch das Verhalten und/ oder die Leistung des Auszubildenden erwähnt wird. Dies darf aber nur geschehen, wenn der Auszubildende dieses verlangt.

 

Ausbildungsverträge müssen von dem Chef bzw. der Chefin (Ausbildende), dem Auszubildenden und  - bei Minderjährigkeit – vom gesetzlichen Vertreter oder Vertreterin unterschrieben werden.

 

 Was gehört laut Berufsbildungsgesetz zu jedem Berufsausbildungsvertrag?

Antwort: Der Ausbildungsplan des Ausbildungsbetriebes.

 

 Regeln und Pflichten

 Auszubildende und Auszubildende müssen sich während der Ausbildung an Regeln halten und Pflichten erfüllen. Merke dir die Aussagen zu Regeln und Pflichten von Azubis und Chefs

 

(A)    Die Meister haben die Pflicht, die rechtzeitige Anmeldung zu den Zwischen- und Abschlussprüfungen zu tätigen sowie zur Prüfung freizustellen.

 

(B)    Die Azubis haben die Pflicht, Ordnungsvorschriften wie z. B. Kleiderordnung, Unfallverhütungsvorschriften, Bestimmungen zur Schutzbekleidung, Rauchverbot usw. einzuhalten –

 

(C)    Ausbildende haben die Verpflichtung, ausschließlich Aufgaben zu übertragen, die dem Ausbildungszweck dienen und den körperlichen Kräften angemessen sind – Ausbildende

 

(D)    Azubis haben die Pflicht, Werkzeuge, Maschinen und sonstige Einrichtungen pfleglich zu behandeln und diese nur für die aufgetragenen Tätigkeiten zu verwenden.

 

Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG)

 

Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) regelt einen gesetzlichen Anspruch auf eine Mindestanzahl von Urlaubstagen. Diese gelten auch, wenn in den jeweiligen Bereichen keinerlei tarifliche Vereinbarung bezüglich des Urlaubs vorhanden ist. Tarifliche Vereinbarungen dürfen über die Regelungen des Bundesurlaubsgesetzes hinausgehen und eine höhere Anzahl von Urlaubstagen vorgeben.

Dies bedeutet, dass gemäß Bundesurlaubsgesetz mindestens 24 Werktage jeder Arbeitnehmer als Urlaub nehmen darf. Eine Unterschreitung widerspricht dem Gesetz.

 

Der gesetzliche Mindesturlaub wird zum Beispiel auch an dem folgenden Fallbeispiel 1deutlich:

 

Nach drei Monaten Probezeit scheidet ein Arbeitnehmer aus dem Betrieb aus. Die Probezeit endet am letzten Tag des März. Im Arbeitsvertrag sind 28 Urlaubstage vereinbart. Dies bedeutet gemäß Bundesurlaubsgesetz, dass er entsprechend der drei Monate, also einem Viertel eines ganzen Jahres, nun auch ein Viertel von diesen 28 Urlaubstagen erhält. Dies bedeutet konkret, dass er einen Anspruch auf sieben Tage Urlaub hat.

 

Fallbeispiel 2:Ein Arbeitnehmer scheidet nach einer viermonatigen Probezeit zum 31. 12. aus dem Betrieb aus. Im Arbeitsvertrag war ein Erholungsurlaub von 30 Arbeitstagen vereinbart. Da die vier Monate ein Drittel des ganzen Jahres ausmachen, hat er nun laut Bundesurlaubsgesetz auch den Anspruch auf ein Drittel dieser 30 Tage. Somit hat er also einen Anspruch auf 10 Urlaubstage (PAL 51).

 

Fallbeispiel 3:Laut Bundesurlaubsgesetz darf der Urlaub nicht mit Geld abgegolten werden. Dies gilt auch,

 

a.       wenn der Arbeitnehmer den Urlaub aus persönlichen Gründen nicht nehmen will, oder

 

b.      wenn aus betrieblichen Gründen der Urlaub nicht gewährt werden kann.

 

Ausnahme: Wenn das Arbeitsverhältnis beendet wurde (beispielsweise durch Kündigung)  und daher der Urlaub nicht mehr gewährt werden kann, dürfen ausnahmsweise die verbleibenden Urlaubstage als Geldbetrag abgegolten werden.

 

 

Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) Teil 2:

 

Das Bundesurlaubsgesetz regelt, dass jeder Arbeitnehmer, egal ob Arbeiter, Angestellter, Auszubildende oder in einer sogenannten arbeitnehmerähnlichen Situation, Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub hat.

 

 Diese Mindestforderung ist auch unabhängig davon, was Tarifverträge vereinbart haben. Tarifverträge können eine höhere Anzahl von Urlaubstagen beinhalten als das Bundesurlaubsgesetz es verlangt. Das Bundesurlaubsgesetz formuliert also einen Mindestanspruch an Urlaub. Dabei gilt, dass es mindestens 24 Werktage, also sprich vier Wochen, sein müssen.

 

Es gilt: Jede Woche hat sechs Werktage, einschließlich des Samstags.

 

Das Bundesurlaubsgesetz ist relevant auch für die Lohnfortzahlung. Das Urlaubsentgelt ist die gesetzlich vorgeschriebene Zahlung des Lohnes während des Urlaubs. Der Arbeitnehmer erlangt den vollen Urlaubsanspruch nach mindestens sechs Arbeits-Monaten pro Jahr arbeitet.

 

 Deshalb ist es auch meistens üblich, dass in den ersten sechs Monaten nach Beginn einer Tätigkeit kein Urlaub genommen wird. Nach gemeinsamer Absprache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind hier vereinzelt Ausnahmen möglich, aber es handelt sich nicht um ein Recht des Arbeitnehmers, das er einfach verlangen könnte.

 

Der volle Urlaubsanspruch auf die 24 Werktage ergibt sich erst nach sechs Monaten Beschäftigung beim Arbeitsgeber. Sollte der Anspruch auf Urlaub aufgrund des Jahreswechsels verfallen, so ist der Arbeitgeber verpflichtet, vorher darauf hinzuweisen. Eine Erwerbstätigkeit oder ein sonstiges Engagement des Arbeitnehmers während des Erholungsurlaubs ist nur in Ordnung, wenn dies dem Erholungszweck nicht widerspricht und mit dem Arbeitgeber abgesprochen wurde.

 

Wenn ein Arbeitnehmer ein neues Arbeitsverhältnis beginnt, so muss er mit dem Nehmen des Urlaubs nicht so lange warten, bis er den vollen Urlaubsanspruch, nämlich nach sechs Monaten, erworben hat. Anteilig kann er – nach Absprache mit dem Arbeitgeber schon in der Probezeit Urlaub nehmen.  (U9)

 

Kein doppelter Urlaub bei neuem Job

Hat der Arbeitnehmer bei seinem vorherigen Arbeitgeber bereits den vollen Urlaubsanspruch genutzt, so kann er beispielsweise, wenn er Anfang November ein neues Arbeitsverhältnis beginnt, in diesem Kalenderjahr keinen neuen Urlaub nehmen.

 

 Bei der Festlegung des Urlaubes sind die zeitlichen Wünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, aber auch die jeweilige Situation im Betrieb. Wenn gerade sehr viele Gesellen oder Facharbeiter ausgefallen sind, dann muss es möglich sein, den Urlaub zu verschieben, damit der Arbeitsprozess des Betriebs weitergehen kann.

 

Wichtige Aspekte zur Berufsausbildung

Eine 17-jährige Schülerin möchte über mögliche Aspekte in der Ausbildung informiert werden. Merken Sie sich hierzu die folgenden Aussagen:

 

 (A)    In der Probezeit ist eine Kündigung ohne Nennung von Gründen von beiden Seiten aus möglich.

 

(B)      Kündigung in der Probezeit:    Nach § 22 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz kann das Ausbildungsverhältnis während der Probezeit unter erleichterten Bedingungen von beiden Seiten gekündigt werden: Es kann jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen.

 

(C)    Die Höchstarbeitszeit ist - wenn kein Tarifvertrag Anwendung findet - im Arbeitszeitgesetz festgelegt.

 

(D)    Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) legt die Höchstgrenzen für die wöchentliche Arbeitszeit fest, um die Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen. Deshalb wird es oft auch Arbeitszeitschutzgesetz genannt.

 

(E)    Pro Woche darf ein Arbeitnehmer dem Arbeitszeitgesetz zufolge höchstens 48 Stunden arbeiten, (U10) und zwar für 48 Wochen im Jahr. Denn ihm stehen gesetzlich mindestens vier Wochen Urlaub zu. Das Arbeitszeitgesetz geht also von einer maximalen Arbeitszeit von 2.304 Stunden pro Jahr aus.

 

(F)    Der Mindesturlaub beträgt bei einer Sechs-Tage-Woche jährlich 24 Werktage. Als Werktag gilt jeder Kalendertag, der nicht Sonn- oder gesetzlicher Feiertag ist.

 

(G)    Laut Bundesurlaubsgesetz besteht für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer 5-Tage- Arbeitswoche in Deutschland ein Mindesturlaubsanspruch von 20 Tagen pro Jahr., anders formuliert 24 Werktage. Tarifvertraglich sind aber meist höhere Urlaubsansprüche vereinbart.

 

(H)    Krankheits- und Rehabilitationstage werden nicht auf den gesetzlichen Urlaubsanspruch angerechnet

 

(I)     Im Krankheitsfall muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer bis zu 6 Wochen lang Lohn zahlen. Danach zahlt die gesetzliche Krankenkasse das Krankengeld.

 

Siehe auch: https://www.afa-anwalt.de/arbeitsrecht-ratgeber/urlaub/

 

 

ARBEITSAUFGABE 63:

 

Textboxaufgabe 6: Das duale System und die Berufsschule

Das duale System der Berufsausbildung besteht aus der Ausbildung im Betrieb und dem Unterricht in der Textbox 1: ___. Der Ausbildungsbetrieb muss den Auszubildenden für die Teilnahme am Berufsschulunterricht Textbox 2: ___. Auch Prüfungen gehören zu den Fällen, für die eine Freistellung vorgesehen ist. Für diese Regelungen ist insbesondere das Textbox 3: ___ von Bedeutung. Für Auszubildende unter 18 Jahren gelten zusätzlich besondere Vorschriften des Textbox 4: ___.

 

Textbox 1: ___

A Berufsschule

B Handwerkskammer

C Innung

D Berufsgenossenschaft

 

Textbox 2: ___

A freistellen

B kündigen

C beurlauben lassen

D umschulen

 

Textbox 3: ___

A Berufsbildungsgesetz

B Bundesurlaubsgesetz

C Kündigungsschutzgesetz

D Tarifvertragsgesetz

 

Textbox 4: ___

A Jugendarbeitsschutzgesetzes

B Bundesurlaubsgesetzes

C Betriebsverfassungsgesetzes

D Mindestlohngesetzes

 

Lösungen:

Textbox 1: A = Berufsschule

Textbox 2: A = freistellen

Textbox 3: A = Berufsbildungsgesetz

Textbox 4: A = Jugendarbeitsschutzgesetzes

 

Textboxaufgabe 7: Kündigung während der Berufsausbildung

Während der Probezeit kann ein Berufsausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhaltung einer Textbox 1: ___ gekündigt werden. Nach der Probezeit kann der Ausbildungsbetrieb grundsätzlich nur aus einem Textbox 2: ___ ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Der Auszubildende selbst kann nach der Probezeit mit einer Frist von Textbox 3: ___ kündigen, wenn er die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen möchte. Die Kündigung muss Textbox 4: ___ erfolgen.

 

Textbox 1: ___

A Kündigungsfrist

B Probezeit

C Arbeitszeit

D Wartezeit

 

Textbox 2: ___

A wichtigen Grund

B Urlaubsgrund

C schulischen Grund

D tariflichen Wunsch

 

Textbox 3: ___

A vier Wochen

B zwei Wochen

C sechs Wochen

D drei Monaten

 

Textbox 4: ___

A schriftlich

B ausschließlich mündlich

C telefonisch

D durch die Berufsschule

 

Lösungen:

Textbox 1: A = Kündigungsfrist

Textbox 2: A = wichtigen Grund

Textbox 3: A = vier Wochen

Textbox 4: A = schriftlich

 

Textboxaufgabe 8: Das Ausbildungszeugnis

Bei Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses muss der Ausbildende ein Textbox 1: ___ ausstellen. Dieses muss Angaben über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die erworbenen beruflichen Fertigkeiten, Textbox 2: ___ und Fähigkeiten enthalten. Auf Verlangen des Auszubildenden werden zusätzlich Angaben über Textbox 3: ___ und Leistung aufgenommen. Dadurch erhält das Zeugnis zusätzliche Aussagen zur Durchführung der Ausbildung und zur Person des Textbox 4: ___.

 

Textbox 1: ___

A Ausbildungszeugnis

B Zwischenzeugnis der Berufsschule

C Prüfungszeugnis der Kammer

D Arbeitsvertrag

 

Textbox 2: ___

A Kenntnisse

B Urlaubstage

C Fehlzeiten

D Lohnsteuerklassen

 

Textbox 3: ___

A Verhalten

B Urlaub

C Einkommen

D Familienstand

 

Textbox 4: ___

A Auszubildenden

B Berufsschullehrers

C Kunden

D Prüfungsausschusses

 

Lösungen:

Textbox 1: A = Ausbildungszeugnis

Textbox 2: A = Kenntnisse

Textbox 3: A = Verhalten

Textbox 4: A = Auszubildenden

 

Textboxaufgabe 9: Pflichten während der Ausbildung

Der Ausbildende darf dem Auszubildenden nur Aufgaben übertragen, die dem Textbox 1: ___ dienen und seinen körperlichen Kräften angemessen sind. Außerdem muss der Ausbildende den Auszubildenden zum Besuch der Textbox 2: ___ anhalten. Der Auszubildende muss seinerseits betriebliche Ordnungsvorschriften und Vorschriften zum Textbox 3: ___ beachten. Ein wichtiges Ziel der Ausbildung besteht darin, die für den Beruf notwendigen Fertigkeiten, Kenntnisse und Textbox 4: ___ zu erwerben.

 

Textbox 1: ___

A Ausbildungszweck

B Unternehmensgewinn

C Freizeitausgleich

D Urlaubszweck

 

Textbox 2: ___

A Berufsschule

B Universität

C Volkshochschule

D Meisterschule

 

Textbox 3: ___

A Arbeitsschutz

B Steuerrecht

C Erbrecht

D Mietrecht

 

Textbox 4: ___

A Fähigkeiten

B Steuerklassen

C Urlaubstage

D Tarifgruppen

 

Lösungen:

Textbox 1: A = Ausbildungszweck

Textbox 2: A = Berufsschule

Textbox 3: A = Arbeitsschutz

Textbox 4: A = Fähigkeiten

 

Textboxaufgabe 10: Gesetzlicher Mindesturlaub

Das BUrlG (= Bundesurlaubsgesetz) bestimmt einen gesetzlichen Mindesturlaub. Dieser beträgt jährlich mindestens Textbox 1: ___ Werktage. Das Gesetz geht dabei von einer Woche mit Textbox 2: ___ Werktagen aus. Als Werktage gelten grundsätzlich alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Textbox 3: ___ sind. Tarif- oder Arbeitsverträge können für Arbeitnehmer einen Textbox 4: ___ Urlaubsanspruch vorsehen.

 

Textbox 1: ___

A 24

B 20

C 18

D 30

 

Textbox 2: ___

A sechs

B fünf

C vier

D sieben

 

Textbox 3: ___

A Feiertage

B Arbeitstage

C Schultage

D Urlaubstage

 

Textbox 4: ___

A höheren

B niedrigeren als den gesetzlichen Mindest-

C vollständig unbezahlten

D grundsätzlich ausgeschlossenen

 

Lösungen:

Textbox 1: A = 24

Textbox 2: A = sechs

Textbox 3: A = Feiertage

Textbox 4: A = höheren

 

Textboxaufgabe 11: Voller Urlaub und Teilurlaub

Der volle gesetzliche Urlaubsanspruch wird erstmalig nach Textbox 1: ___ Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben. Scheidet ein Arbeitnehmer bereits vorher aus, kann ihm für jeden vollen Beschäftigungsmonat Textbox 2: ___ des Jahresurlaubs zustehen. Diese Regelung wird als Textbox 3: ___ bezeichnet. Die gesetzliche Wartezeit bedeutet deshalb nicht, dass ein Arbeitnehmer während der ersten sechs Monate grundsätzlich überhaupt keinen Textbox 4: ___ erwerben kann.

 

Textbox 1: ___

A sechsmonatigem

B dreimonatigem

C zwölfmonatigem

D vierwöchigem

 

Textbox 2: ___

A ein Zwölftel

B ein Viertel

C die Hälfte

D ein Drittel

 

Textbox 3: ___

A Teilurlaub

B Sonderurlaub

C Bildungsurlaub

D Resturlaub

 

Textbox 4: ___

A Urlaubsanspruch

B Vergütungsanspruch

C Kündigungsschutz

D Ausbildungsplatz

 

Lösungen:

Textbox 1: A = sechsmonatigem

Textbox 2: A = ein Zwölftel

Textbox 3: A = Teilurlaub

Textbox 4: A = Urlaubsanspruch

 

Textboxaufgabe 12: Urlaub bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Urlaub soll grundsätzlich tatsächlich als Freizeit gewährt werden. Eine finanzielle Textbox 1: ___ ist nach dem BUrlG (= Bundesurlaubsgesetz) insbesondere dann vorgesehen, wenn der Urlaub wegen der Beendigung des Textbox 2: ___ ganz oder teilweise nicht mehr genommen werden kann. Bei der Festlegung des Urlaubs sind grundsätzlich die Urlaubswünsche des Textbox 3: ___ zu berücksichtigen. Dringende betriebliche Belange können diesen Wünschen jedoch Textbox 4: ___.

 

Textbox 1: ___

A Abgeltung

B Besteuerung

C Kündigung

D Versicherung

 

Textbox 2: ___

A Arbeitsverhältnisses

B Kalenderjahres

C Berufsschulunterrichts

D Tarifvertrags

 

Textbox 3: ___

A Arbeitnehmers

B Kunden

C Finanzamtes

D Prüfungsausschusses

 

Textbox 4: ___

A entgegenstehen

B automatisch zustimmen

C niemals entgegenstehen

D rückwirkend widersprechen

 

Lösungen:

Textbox 1: A = Abgeltung

Textbox 2: A = Arbeitsverhältnisses

Textbox 3: A = Arbeitnehmers

Textbox 4: A = entgegenstehen

 

Textboxaufgabe 13: Kein doppelter Urlaub beim Arbeitgeberwechsel

Wechselt ein Arbeitnehmer im laufenden Kalenderjahr den Arbeitgeber, soll er für denselben Zeitraum nicht zweimal den vollen Jahresurlaub erhalten. Urlaub, den bereits der Textbox 1: ___ Arbeitgeber gewährt hat, wird deshalb berücksichtigt. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses muss der Arbeitgeber eine Textbox 2: ___ über den im laufenden Kalenderjahr gewährten oder abgegoltenen Urlaub aushändigen. Dadurch kann der Textbox 3: ___ Arbeitgeber erkennen, welcher Urlaub bereits gewährt wurde. Die entsprechende Regelung findet sich im Textbox 4: ___.

 

Textbox 1: ___

A frühere

B zukünftige

C zweite

D schulische

 

Textbox 2: ___

A Bescheinigung

B Abmahnung

C Kündigung

D Lohnsteuerkarte

 

Textbox 3: ___

A neue

B ehemalige

C erste

D schulische

 

Textbox 4: ___

A Bundesurlaubsgesetz

B Berufsbildungsgesetz

C Betriebsverfassungsgesetz

D Arbeitszeitgesetz

 

Lösungen:

Textbox 1: A = frühere

Textbox 2: A = Bescheinigung

Textbox 3: A = neue

Textbox 4: A = Bundesurlaubsgesetz

Erreichte Lernziele nach Bearbeitung der folgenden Seiten

 

Ich kann das „Duale System“ der Berufsausbildung mit den Lernorten Betrieb und Berufsschule erklären und die gesetzliche Grundlage benennen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

Ich kann Ausbildungsordnung, Ausbildungsrahmenplan und betrieblichen Ausbildungsplan sicher unterscheiden und ihr Zusammenspiel beschreiben. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

Ich kann zentrale Pflichten von Ausbildenden und Rechten von Auszubildenden nach dem BBiG (z. B. Freistellung für die Berufsschule, Zeugnis) an Beispielen erläutern. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

Ich kann alle Aufgaben mit selbstformulierten, korrekten Antworten und alle Multiple-Choice-Aufgaben richtig lösen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

Punkteskala zur Selbsteinschätzung: 0 Punkte (–): Kann ich gar nicht! 1 Punkt (+/–): Fällt mir noch schwer! 3 Punkte (+): Fällt mir leicht – bin mir aber noch etwas unsicher! 5 Punkte (++): Fällt mir sehr leicht!

 

 

Das Duale System der Berufsausbildung

 

Im Fach Wirtschafts- und Sozialkunde bedeutet „Duales System“ die Berufsausbildung in Betrieben und in der Berufsschule. Die Praxis findet im Fachbetrieb statt, Theorie (und teilweise Praxis) in der Berufsschule. Dieses System ist seit Jahrzehnten erfolgreich und wird international beachtet. Rechtsgrundlage ist in Deutschland das Berufsbildungsgesetz (BBiG). Es gilt für Berufsausbildung, Fortbildung, Umschulung und Berufsausbildungsvorbereitung (U13

 

Ausbildende sind zudem verpflichtet, eine Berufsausbildung planmäßig, sachlich und zeitlich gegliedert so zu gestalten, dass das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Zeit erreicht werden kann. [Quelle: § 14 Abs. 1 BBiG. ]

 

Abgrenzung: Für welche Bildungsgänge gilt das BBiG nicht?

 

 Das BBiG gilt nicht für rein schulische Bildungsgänge wie das Abitur, schulische Vollzeitausbildungen außerhalb des BBiG-Bereichs oder andere rein schulische Laufbahnen (z. B. Polizeivollzugsdienst). Das System der Berufsbildung im Sinne des BBiG ist die betriebliche bzw. duale Berufsausbildung.

 

 Praktische Auswirkungen des BBiG im Ausbildungsalltag

 

Ausbildende müssen die Mittel bereitstellen, die für die Abschlussprüfung erforderlich sind (z. B. Werkzeuge, Werkstoffe). Das muss kostenlos erfolgen.

 

 Das Ergebnis der Abschlussprüfung wird durch einen Prüfungsausschuss festgestellt, dem Beauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in gleicher Zahl angehören; mindestens eine Lehrkraft einer berufsbildenden Schule wirkt mit.

 

 Begriffe rund um Ordnungsmittel und betriebliche Planung

 

 Die Ausbildungsordnungist eine bundesrechtliche Rechtsverordnung, die den betrieblichen Teil der Ausbildung (u. a. Fertigkeiten, Kenntnisse, Prüfungen) regelt. Sie wird vom Bund erlassen und regelmäßig mit der KMK abgestimmt.

 

Der Ausbildungsrahmenplanist Bestandteil der Ausbildungsordnung. Er beschreibt systematisch alle zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse im Betrieb und ordnet sie zeitlich und sachlich.

 

Der betriebliche Ausbildungsplanwird vom Ausbildungsbetrieb auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans erstellt. Er konkretisiert im Betrieb die zeitliche und sachliche Gliederung, ordnet die Ausbildungseinheiten den Abteilungen zu, berücksichtigt Probezeit, Prüfungsreihenfolgen und ggf. außerbetriebliche Maßnahmen. Er ist Bestandteil des Ausbildungsvertrags.

 

Der Rahmenlehrplan legt Ziele und Inhalte des schulischen Teils der dualen Ausbildung in der Berufsschule fest. Er wird von der Kultusministerkonferenz erarbeitet und beschlossen, mit den Ausbildungsordnungen abgestimmt und von den Ländern übernommen bzw. in Landeslehrpläne umgesetzt.

 

Allgemeine Wiederholungs- und Merksätze

 

Krank im Urlaub: Durch ärztliches Zeugnis nachgewiesene Krankheitstage werden nicht auf den Urlaub angerechnet.

 

 Urlaubsentgelt: Während des Urlaubs ist das Urlaubsentgelt nach § 11 BUrlG zu zahlen.

 

Arbeitszeit: Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer ist auf 8 Stunden begrenzt; sie kann auf bis zu 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Monaten oder 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Auf EU-Ebene ist zusätzlich festgelegt, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 48 Stunden einschließlich Überstunden nicht überschreiten darf.

 

 Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall („Lohnfortzahlung“)

Arbeitgeber müssen bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit bis zu sechs Wochen Entgelt fortzahlen; der Anspruch entsteht nach vier Wochen ununterbrochenem Bestand des Arbeitsverhältnisses. Danach zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld.

 

Arbeitnehmer unterliegen dem Arbeitszeitgesetz; Werktage sind Montag bis Samstag; durchschnittliche Obergrenze 48 Stunden/Woche

 

Kein Geld für Urlaub: Der Urlaub darf grundsätzlich nicht abgegolten werden; Ausnahme nur bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

 

Nicht krank im Urlaub: Krankheitstage mit Attest zählen nicht als Urlaubstage.

 

Chefs bezahlen Prüfungsmittel: Zuständige Meister stellen Prüfungs­mittel und führen die Ausbildung planmäßig durch.

 

 Der Prüfungsausschuss setzt sich paritätisch aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern sowie mindestens einer Lehrkraft zusammen.

 

Ab wann Urlaubsanspruch: Der volle Urlaubsanspruch entsteht nach sechs Monaten Beschäftigungsdauer (Wartezeit)

 

 

Arbeitsaufgabe 64:  Erläutern Sie das „Duale System“ und nennen Sie die gesetzliche Grundlage. Schreibe die Antwort in deinen Collegeblock

Lösung: Das Duale System ist die Berufsausbildung an den Lernorten Betrieb und Berufsschule; die gesetzliche Grundlage ist das Berufsbildungsgesetz.

 

Arbeitsaufgabe 65:  Stellen Sie die Unterschiede zwischen Ausbildungsordnung, Ausbildungsrahmenplan und betrieblichem Ausbildungsplan dar.

Lösung: Die Ausbildungsordnung ist eine bundesrechtliche Verordnung; sie regelt Ziele, Inhalte und Prüfungen. Der Ausbildungsrahmenplan ist Teil dieser Verordnung und ordnet die zu vermittelnden betrieblichen Inhalte sachlich und zeitlich. Der betriebliche Ausbildungsplan setzt den Rahmenplan innerbetrieblich um und ordnet konkrete Ausbildungseinheiten Abteilungen und Zeiträumen zu.

 

 

 Arbeitsaufgabe 66: Begründen Sie, warum Auszubildende für die Berufsschule freizustellen sind und welche Konsequenz das für den Betrieb hat.

Lösung: Ausbildende müssen die Teilnahme am Berufsschulunterricht ermöglichen, weil der schulische Teil gesetzlich vorgeschrieben ist; die Zeit wird angerechnet. Der Betrieb plant deshalb Personal und Arbeitseinsatz unter Berücksichtigung der Freistellung. [§ 15 BBiG. ]

 

 

Multiple-Choice-Aufgaben

 

Arbeitsaufgabe 67:  Welche Aussage zur arbeitszeitrechtlichen Obergrenze ist korrekt?

A) 8 Stunden werktäglich sind immer die absolute Obergrenze, Verlängerungen sind unzulässig.

B) 10 Stunden werktäglich sind immer zulässig, ohne Ausgleich.

C) 10 Stunden werktäglich sind zulässig, wenn im Durchschnitt von 6 Monaten oder 24 Wochen 8 Stunden nicht überschritten werden.

D) 12 Stunden werktäglich sind zulässig, wenn 48 Wochen pro Jahr gearbeitet wird.  Lösung: C ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 68:  Welche Aussage zum gesetzlichen Mindesturlaub trifft zu?

A) 24 Arbeitstage bei 7-Tage-Woche sind gesetzliches Minimum.

B) 20 Werktage sind gesetzliches Minimum, bei 5- Tage-Woche entspricht das 21 Arbeitstagen,

C) 25 Werktage sind gesetzliches Minimum; bei 5-Tage-Woche entspricht das 20 Arbeitstagen, weil 24 Urlaubstage dividiert durch 6 Arbeitstage multipliziert mit 5 Arbeitstage gleich 20 Urlaubstage.

D) Der Mindesturlaub ist tariflich beliebig veränderbar.

E) C) 24 Werktage sind gesetzliches Minimum; bei 5-Tage-Woche entspricht das 20 Arbeitstagen, weil 24 Urlaubstage dividiert durch 6 Arbeitstage multipliziert mit 5 Arbeitstage gleich 20 Urlaubstage.  Lösung: E ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 69:  Wodurch wird Urlaub ausnahmsweise in Geld abgegolten?

A) Durch Wunsch des Arbeitgebers.

B) Durch Wunsch der Arbeitnehmerin in Elternzeit.

C) Wenn der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr gewährt werden kann.

D) Wenn der Urlaub im laufenden Jahr nicht genommen wurde, ohne weiteren Grund.

Lösung: C ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 70: Welche Pflicht trifft Ausbildende unmittelbar nach dem BBiG?

A) Die Auszubildenden vor Unterrichtsbeginn ab 7 Uhr einzusetzen.

B) Die Auszubildenden für Berufsschule und Prüfungen freizustellen.

C) Die Auszubildenden nur für ausbildungsfremde Tätigkeiten einzusetzen.

D) Den Berufsschulunterricht privat zu finanzieren. Lösung: B ist richtig.

 

 Arbeitsaufgabe 71: Welche Aussage zum Prüfungsausschuss ist korrekt?

A) Er besteht ausschließlich aus Lehrkräften.

B) Er besteht nur aus Arbeitgebervertretern.

C) Er wird ausschließlich durch das Kultusministerium berufen.

D) Er setzt sich u. a. paritätisch aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zusammen, zudem wirkt mindestens eine Lehrkraft mit. Lösung: D ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 72:  Welche Aussage zur Krankheitszeit im Urlaub trifft zu?

A) Krankheitstage zählen immer als Urlaubstage.

B) Krankheitstage werden mit Attest nicht auf den Urlaub angerechnet.

C) Krankheitstage führen stets zu Urlaubsabgeltung.

D) Krankheitstage verlängern den Urlaub automatisch um eine Woche.

 

Lösung: B ist richtig. (siehe Bundesurlaubsgesetz)

 

 Arbeitsaufgabe 73:  Wer legt die Inhalte des schulischen Teils der dualen Ausbildung fest?

A) Die Kultusministerkonferenz in Form von Rahmenlehrplänen.

 B) Der einzelne Ausbildungsbetrieb.

C) Die Bundesagentur für Arbeit als alleinige Stelle.

D) Die jeweilige Kammer durch Ordnungsmittel. Lösung: A ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 74:  Wann entsteht der volle Urlaubsanspruch?

A) Sofort mit Vertragsbeginn.

B) Nach drei Monaten Beschäftigungsdauer

C) Nach sechs Monaten Beschäftigungsdauer.

D) Erst nach einem Jahr Beschäftigungsdauer. Lösung: C ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 75  Welche Aussage zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ist korrekt?

A) Sie beträgt in jedem Fall zwölf Wochen.

B) Sie beträgt bis zu sechs Wochen; der Anspruch entsteht nach vier Wochen ununterbrochenem Arbeitsverhältnis.

C) Sie beträgt vier Wochen und entsteht sofort.

D) Sie wird von der Krankenkasse gezahlt. Lösung: B ist richtig.

 

Fallbeispiele zum Bundesurlaubsgesetz

 

 Fallbeispiel 1:

 

Nach drei Monaten Probezeit scheidet ein Arbeitnehmer aus dem Betrieb aus; die Probezeit endet am letzten Tag des März. Im Arbeitsvertrag sind 28 Urlaubstage vereinbart. Gemäß Teilurlaubsregel entsteht für jeden vollen Beschäftigungsmonat ein Zwölftel des Jahresurlaubs. Bei drei Monaten ergibt sich 28 × 3/12 = 7 Urlaubstage. Anders formuliert: 28 dividiert durch 12 Monate multipliziert mit 3 Monaten = 7 Urlaubstage.

 

 Fallbeispiel 2:

Ein Arbeitnehmer scheidet nach einer viermonatigen Probezeit zum 31.12. aus dem Betrieb aus. Im Arbeitsvertrag war ein Erholungsurlaub von 30 Arbeitstagen vereinbart. Da vier volle Monate vorliegen, entsteht 30 × 4/12 = 10 Urlaubstage. *(Hinweis im Original: „PAL 51“.)

 

 Das Kündigungsschutzgesetz (KSchG)

Erreichte Lernziele nach Bearbeitung der folgenden Seiten:

1. Ich kann Zweck, Anwendungsbereich und Schwellenwerte des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) korrekt erklären und von Sonderkündigungsschutz-Regelungen abgrenzen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

2. Ich kann ordentliche (personen-/verhaltens-/betriebsbedingt) und außerordentliche (fristlose) Kündigungen unterscheiden, typische Beispiele zuordnen und die dreiwöchige Klagefrist nennen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

 3. Ich kann die Anforderungen an Schriftform und Zugang einer Kündigung sowie die Beteiligung des Betriebsrats und die Rechtsfolgen bei Verstößen beschreiben. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

4. Ich kann alle Aufgaben mit selbstformulierten, korrekten Antworten und alle Multiple-Choice-Aufgaben richtig lösen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

Punkteskala zur Selbsteinschätzung: 0 Punkte (–): Kann ich gar nicht! 1 Punkt (+/–): Fällt mir noch schwer! 3 Punkte (+): Fällt mir leicht – bin mir aber noch etwas unsicher! 5 Punkte (++): Fällt mir sehr leicht!

 

Das Gesetz, das vor Kündigung schützt (manchmal)

Das Kündigungsschutzgesetz hat die Aufgabe, Arbeitnehmer vor willkürlichen, grundlosen Kündigungen zu schützen. Es gilt allerdings nur für Arbeitnehmer, die länger als sechs Monate im Betrieb beschäftigt sind, unabhängig davon wie lange die Probezeit dauert.  Darüber hinaus ist die Größe des Betriebes wichtig:

Arbeitnehmer, die seit dem 01.01.2004 im Betrieb tätig sind, haben keinen Anspruch auf das Kündigungsschutzgesetz, wenn zehn oder weniger Arbeitnehmer beschäftigt sind. Bei Arbeitnehmern, die länger beschäftigt sind, ist die Barriere bei fünf oder weniger Arbeitnehmern gegeben.

 

 Arbeitnehmer, die besonders schutzwürdig sind, haben einen besonderen Kündigungsschutz.

 

 Arbeitnehmer mit besonderen Kündigungsschutz sind:

-        Auszubildende,

-        Wehrdienstleistende bzw. Zivildienstleistende, einen Monat vor und nach der entsprechenden Zeit, (das kommt wieder!!!)

-        bei unverschuldeter Krankheit oder Unfall während des ersten Dienstjahres gilt dann ein Kündigungsschutz von 30 Tagen, vom zweiten und fünften Dienstjahr 90 Tage und im sechsten Dienstjahr für 180 Tage.

-        Frauen bei Schwangerschaften, sowie 16 Wochen nach der Entbindung,

-        für Mütter und Väter, die sich in Elternzeit befinden,

-        für Schwerbehinderte mit mindestens 50 % Schwerbehinderung,

-        für Betriebs- und Personalratsmitgliedern innerhalb der gewählten Zeit sowie innerhalb des ersten Jahres ab Beendigung dieser Zeit. Diese Personen dürfen nicht gekündigt werden.

 

 

Ordentliche und außerordentliche Kündigung

Bei den Kündigungen muss zwischen ordentlicher Kündigung und außerordentlicher Kündigung unterschieden werden. Generell ist die außerordentliche Kündigung auch als „fristlose Kündigung“ bekannt. Der Unterschied zu einer ordentlichen Kündigung liegt darin, dass die Kündigungsfrist nicht eingehalten wird, da das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet werden soll.

 

 Die ordentliche Kündigung beinhaltet betriebsbedingte, personenbedingte und nach entsprechenden Fristen auch krankheitsbedingte Kündigungen.

Des Weiteren gehört hier auch die verhaltensbedingte Kündigung hinein.

Bei den ordentlichen Kündigungen gibt es beispielsweise Gründe personenbedingter Art: Lange Krankheit, Minderung der Leistung um mindestens 30 %, negative Genesungsprognose, fehlende Arbeitserlaubnis, auftretende Freiheitsstrafe. Die ordentliche Kündigung muss sozial gerechtfertigt sein: personenbedingt, verhaltensbedingt oder betriebsbedingt (§ 1 Abs. 2 KSchG). Beispiele: – Personenbedingt: längere Krankheit mit negativer Prognose, erhebliche Minderung der Leistungsfähigkeit, fehlende Arbeitserlaubnis, Haftstrafe.

 

Gründe können sein:

– Verhaltensbedingt: beharrliche Arbeitsverweigerung, Unpünktlichkeit, unentschuldigtes Fehlen, Verrat von Betriebsgeheimnissen, unerlaubte Nebentätigkeit, Beleidigung.

 

– Betriebsbedingt: Auftragsrückgang, Umstrukturierung/Rationalisierung, Fremdvergabe, Betriebsschließung; Witterungseinflüsse können je nach Branche betriebliche Erfordernisse begründen.

 

WICHTIG: Eine ordentliche Kündigung ist eine Kündigung, die sich an eine Kündigungsfrist halten muss. Diese ist abhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit. In Betrieben mit einem Betriebsrat muss vor der Kündigung der Betriebsrat angehört werden. Wenn ein Arbeitnehmer die Kündigung nicht für gerechtfertigt hält, so muss er innerhalb von drei Wochen Klage beim Arbeitsgericht erheben.

 

 

Die außerordentliche Kündigung

Die außerordentliche Kündigung bezieht sich auf einen äußerst triftigen Grund und ist de facto eine fristlose Kündigung. Ein Beispiel für eine korrekte, außerordentliche Kündigung: Eine angestellte Person wird eine Woche nach dem Bekanntwerden einer Unterschlagung oder eines Diebstahls fristlos entlassen.

 

Dabei genügt nicht der Verdacht, sondern die Beweislage muss eindeutig sein. Der gekündigte Arbeitnehmer kann dann innerhalb einer Frist von drei Wochen vor dem Arbeitsgericht klagen. (U22)

 

Aber auch Arbeitnehmer können unter Umständen ihr Arbeitsverhältnis fristlos kündigen. Ein wichtiger Grund dafür kann beispielsweise das wiederholte verspätete Zahlen des Lohns sein. (U23)

 

Beispiele dafür sind: Diebstahl, massive Beleidigung, Alkoholmissbrauch, Konkurrenztätigkeit, Korruption, nicht erlaubter Internetzugang während der Arbeit, Fernbleiben von der Arbeit, …

 

 

Gründe für die verhaltensbedingte Kündigung können sein: Arbeitsverweigerung, Unpünktlichkeit, unentschuldigtes Fehlen, Verrat von Betriebsgeheimnissen, nicht erlaubte Nebentätigkeit, Beleidigung. Die betriebsbedingten Kündigungen können begründet werden durch: Veränderung der Witterung und des Wetters, Rationalisierung, Fremdvergabe, Konkurs eines Betriebes, Umsatzrückgang und allgemeine wirtschaftliche Schwierigkeiten am Markt. Hier sind jeweils entsprechend der Dienst- oder Berufsjahre Fristen einzuhalten.

 

Wichtig: Sollte der Arbeitnehmer mit der Kündigung nicht einverstanden sein, dann kann er beim Arbeitsgericht dagegen innerhalb einer Frist von drei Wochen klagen. (U22).

 

Beispiele für die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses:

 

(A)    durch eine ordentliche oder außerordentliche (fristlose) Kündigung;

(B)    durch den Ablauf eines befristeten Zeitvertrages;

(C)    durch einen Aufhebungsvertrag im gegenseitigen Einvernehmen;

(D)    bei Auftragsrückgang sind betriebsbedingte Kündigungen möglich.

 

 Die folgenden Aussagen über eine Kündigung sind wichtig:

a)      Die Kündigung ist eine einseitige Erklärung, durch die das Arbeitsverhältnis aufgelöst werden soll;

b)      das Recht der Kündigung steht beiden Vertragspartnern zu;

c)      die Kündigung mit dem Zugang der Kündigung wirksam, deshalb wird sie in der Regel per Einschreiben mit Rückschein oder vor Zeugen ausgehändigt;

d)      die Kündigung kann einseitig nicht mehr zurückgenommen werden.

 

Eine Kündigung ist ein einseitiges Rechtsgeschäft und bedarf daher zu ihrer Wirksamkeit nicht die Zustimmung des Vertragspartners.

 

 WICHTIG: Durch den Verkauf eines Betriebes endet kein Arbeitsverhältnis, da der neue Besitzer die Arbeitsverträge alle in unveränderter Form mit übernehmen muss.

 

 Die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften sind Pflicht für den Arbeitnehmer. Die Verantwortung, dass dies tatsächlich geschieht, liegt beim Arbeitgeber.

 

 Merksätze: Auch Arbeitnehmer müssen sich, wenn sie ihre Tätigkeit kündigen, an Fristen halten. Es gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende.

 

 Arbeitsverhältnisse können..

a)      durch den Zeitablauf bei einem Zeitvertrag;

b)      durch einen Aufhebungsvertrag;

c)      durch eine schriftliche Kündigung aufgelöst werden.

 

 Wann darf ein Arbeitgeber die Kündigung wegen Auftragsrückgangs aussprechen?

 

Anders als bei verhaltensbedingten oder personenbedingten Kündigungen, liegen die Gründe zur Aufhebung des Beschäftigungsverhältnisses in der Sphäre des Arbeitgebers. Grundsätzlich ist Auftragsrückgang durchaus ein geeignetes Argument, um ein bestehendes Arbeitsverhältnis aus dringenden betriebsbedingten Gründen zu beenden.

 

Eine betriebsbedingte Kündigung wegen Auftragsmangels ist nur dann wirksam, wenn der Auftragsrückgang unmittelbare Auswirkungen auf das Beschäftigungsfeld des Mitarbeiters hat. Mit anderen Worten: Der Beschäftigungsbedarf des betreffenden Mitarbeiters muss ganz weggefallen sein, sodass seine Arbeitskraft im Betrieb nicht länger benötigt wird. Unter Umständen muss der Arbeitgeber jedoch prüfen, ob eine Anpassung der Arbeitszeit, an das tatsächlich anfallende Arbeitsvolumen, möglich ist.“

 

 Quelle und weitere Informationen:  https://www.gansel-rechtsanwaelte.de/arbeitsrecht-arbeitnehmer/kuendigung-wegen-auftragsrueckgangs

 

Interessant: Auch Arbeitnehmer können aus wichtigem Grund fristlos kündigen, z. B. bei wiederholt verspäteter Lohnzahlung (§ 626 BGB).

 

Kündigung? Immer schriftlich

Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen; elektronische Formen (E-Mail, Fax, SMS, Scan) sind unwirksam (§ 623 BGB). Wirksam wird die Erklärung mit Zugang beim Empfänger (§ 130 BGB). Der Zugang liegt vor, wenn die Erklärung in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist und unter gewöhnlichen Umständen mit Kenntnisnahme zu rechnen ist. Der Betriebsrat ist vor jeder Kündigung anzuhören; ohne Anhörung ist die Kündigung unwirksam. (§ 102 BetrVG).

 

Kündigungsschutz auch hier: Betriebsübergang (Verkauf des Betriebs)

Beim Übergang eines Betriebs/Betriebsteils tritt der Erwerber kraft Gesetzes in alle Rechte und Pflichten aus den bestehenden Arbeitsverhältnissen ein; ein bloßer Eigentümerwechsel beendet das Arbeitsverhältnis nicht (§ 613a BGB). Einseitige Verschlechterungen sind ohne Zustimmung unzulässig.

 

 Arbeitsschutz: Pflichten von Arbeitgeber und Beschäftigten

 

 Der Arbeitgeber hat alle erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen und fortlaufend zu überprüfen (§ 3 ArbSchG). Beschäftigte müssen nach ihren Möglichkeiten für die eigene Sicherheit und die anderer Personen sorgen (§ 15 ArbSchG).

 

 

Arbeitsaufgabe 78: 🔎 Erläutere, ob in einem Betrieb mit 9 Beschäftigten, in dem du seit 8 Monaten arbeitest, der allgemeine Kündigungsschutz nach KSchG gilt.

 Lösung: In Betrieben mit regelmäßig mehr als zehn Beschäftigten gilt das KSchG; bei nur 9 Beschäftigten handelt es sich um einen Kleinbetrieb. Trotz Wartezeit von über sechs Monaten greift der allgemeine Kündigungsschutz hier nicht.

 

Arbeitsaufgabe 79: 💡 Eine Arbeitnehmerin erhält während der Schwangerschaft eine Kündigung. Beurteile die Rechtslage und begründe deine Aussagen.

 

Lösung: Die Kündigung ist grundsätzlich unzulässig; es gilt ein Kündigungsverbot während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Entbindung (§ 17 MuSchG). Nur in seltenen Ausnahmefällen mit behördlicher Zulässigkeitserklärung wäre sie denkbar.

 

Arbeitsaufgabe 80: 🚀  Beschreibe Schritt für Schritt, was ein Arbeitnehmer nach Erhalt einer schriftlichen Kündigung tun muss, wenn er sie für sozial ungerechtfertigt hält.

 

Lösung: Zunächst das Zugangsdatum dokumentieren (Fristbeginn). Innerhalb einer Woche Einspruch beim Betriebsrat einlegen (§ 3 KSchG). Spätestens innerhalb von drei Wochen nach Zugang Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben (§ 4 KSchG). Falls ein Betriebsrat existiert, prüfen, ob er vorher ordnungsgemäß angehört wurde (§ 102 BetrVG).

 

Multiple-Choice-Aufgaben

MC 1 Ab wann gilt der allgemeine Kündigungsschutz des KSchG?

A) Ab sofort nach Vertragsunterzeichnung, unabhängig von der Betriebsgröße.

B) Nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit und in Betrieben mit regelmäßig mehr als zehn Arbeitnehmern.

C) Nur in tarifgebundenen Unternehmen.

D) Erst nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit. Lösung: B ist richtig.

 

MC 2: Welche Aussage beschreibt die außerordentliche Kündigung richtig?

A) Sie erfolgt immer mit gesetzlicher Frist.

B) Sie ist nur bei betriebsbedingten Gründen zulässig.

C) Sie setzt einen wichtigen Grund voraus und erfolgt fristlos.

D) Sie ist stets unwirksam, wenn kein Betriebsrat besteht. Lösung: C ist richtig.

 

MC 3:Die Kündigungsschutzklage muss binnen welcher Frist beim Arbeitsgericht erhoben werden?

A) Innerhalb einer Woche.

B) Innerhalb von zwei Wochen.

C) Innerhalb von drei Wochen ab Zugang der Kündigung.

D) Innerhalb von sechs Wochen. Lösung: C ist richtig.

 

 MC 4: Welche Form ist für eine Kündigung zwingend erforderlich?

A) E-Mail mit qualifizierter Signatur.

B) Mündliche Erklärung vor Zeugen.

C) Schriftform mit Originalunterschrift; Zugang beim Empfänger.

D) SMS plus Briefankündigung. Lösung: C ist richtig.

 

MC 5: Während welcher Zeit besteht grundsätzlich ein Kündigungsverbot?

 

A) Während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Entbindung.

B) Nur im Mutterschutzurlaub (6 Wochen vor/8 Wochen nach Entbindung).

C) Nur bis zur 12. Schwangerschaftswoche.

D) Kein besonderer Schutz. Lösung: A ist richtig.

 

 MC 6: Der Kündigungsschutz nach § 18 BEEG beginnt regelmäßig

A) mit Geburt des Kindes automatisch.

B) frühestens 8 Wochen vor Beginn der Elternzeit (bis zum 3. Lebensjahr).

C) erst nach Beginn der Elternzeit.

D) gar nicht, es gibt keinen besonderen Schutz. Lösung: B ist richtig.

 

MC 7: Welche Voraussetzung ist für die Kündigung schwerbehinderter Menschen vor Ausspruch der Kündigung erforderlich?

A) Zustimmung des Betriebsrats.

B) Zustimmung der Agentur für Arbeit.

C) Zustimmung des Integrationsamts/Inklusionsamts.

D) Keine besondere Voraussetzung. Lösung: C ist richtig.

 

 MC 8: Beim Betriebsverkauf gilt:

A) Alle Arbeitsverträge enden automatisch.

B) Der neue Inhaber tritt in die bestehenden Arbeitsverträge ein.

C) Arbeitsverträge müssen vollständig neu verhandelt werden.

D) Der Arbeitnehmer verliert alle Ansprüche. Lösung: B ist richtig.

 

MC 9: Welche Grundfrist gilt für Arbeitnehmer-Kündigungen, wenn nichts anderes vereinbart ist?

A) Zwei Wochen zum Monatsende.

B) Vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende.

C) Sechs Wochen zum Quartalsende.

D) Drei Monate zum Monatsende. Lösung: B ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 81: Suchen Sie im Internet Beispiele aus der Praxis für Kündigungen wegen Auftragsrückgangs.

 

Wichtige Gesetze: Mutterschutzgesetz, Jobcenter vs. Agentur für Arbeit, Arbeitsgericht, Jugendarbeitsschutz, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften

 

 

 

Erreichte Lernziele nach Bearbeitung der folgenden Seiten: Ich kann die zentralen Schutzfristen, Verbote, Ansprüche und den Kündigungsschutz des Mutterschutzgesetzes rechtssicher erklären, einschließlich aktueller Neuerungen ab 2024/2025. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

Ich kann Aufgaben, Zuständigkeiten und Unterschiede zwischen Jobcenter (Bürgergeld) und Agentur für Arbeit (Arbeitslosengeld I) korrekt unterscheiden und formale Pflichten (Meldungen, Sperrzeitrisiken) benennen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

Ich kann die Zuständigkeit und Besetzung des Arbeitsgerichts sowie typische Streitgegenstände schildern und den zwingenden Anhörungsprozess des Betriebsrats vor Kündigungen darstellen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

Ich kann die wichtigsten Regeln des Jugendarbeitsschutzes zu Arbeitszeit, Berufsschule, Prüfungsfreistellung und Akkordverbot erläutern und Arbeitgeberverbände sowie Gewerkschaften als Tarifparteien mit Beispielen zuordnen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

Punkteskala zur Selbsteinschätzung: 0 Punkte (–): Kann ich gar nicht! 1 Punkt (+/–): Fällt mir noch schwer! 3 Punkte (+): Fällt mir leicht – bin mir aber noch etwas unsicher! 5 Punkte (++): Fällt mir sehr leicht!

 

Das Mutterschutzgesetz

Das Mutterschutzgesetz schützt die Gesundheit der Frau und ihres Kindes am Arbeits-, Ausbildungs- und Studienplatz während der Schwangerschaft, nach der Entbindung und in der Stillzeit. Der Mutterschutz beginnt, sobald Sie schwanger sind. Er gilt bis nach der Entbindung und in der Stillzeit.

 

Was sind die wichtigsten Inhalte des Mutterschutzgesetzes (MuSchG)?

Damit der Mutterschutz in Kraft treten kann, muss die werdende Mutter dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft mitteilen. Die wichtigsten Punkte aus dem Mutterschutzgesetz betreffen die Mutterschutzfristen, den Kündigungsschutz, die Arbeitsplatzgestaltung und das Mutterschaftsgeld.

 

Welche Vorgaben gibt es in der Rechtsprechung bezüglich des Mutterschutzes?

Gemäß §§ 3 bis 8 MuSchG tritt automatisch sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt ein Beschäftigungsverbot in Kraft(bei Früh- oder Mehrlinggeburten sind es sogar zwölf Wochen). Während dieses Zeitraums darf das Unternehmen nicht verlangen, dass eine schwangere Frau arbeitet.

Gemäß §§ 9 und 10 MuSchG sind Arbeitgeber/innen zu einer Gefährdeschutzbeurteilung verpflichtet. Zum Mutterschutz zähle demnach auch, dass der Arbeitsplatz der Schwangeren weder für sie noch für ihr Kind gefährlich ist.

Gemäß § 11 dürfen werdende Mütter keine körperlich anstrengenden Aufgaben verrichten.

Gemäß § 16 besteht ebenfalls ein Beschäftigungsverbot, wenn ein:e Ärzt:in bestätigt, dass die Tätigkeit gefährlich für Mutter oder Kind sein kann.

Gemäß § 17 MuSchG haben Schwangere einen besonderen Kündigungsschutz. Sie dürfen nicht entlassen werden.

Gemäß § 18 MuSchG stehen Müttern sogenannte Entgeltersatzleistungen zu. Beispiele hierfür sind das Mutterschafts- oder auch das Elterngeld.

 

Arbeitgeber/innen dürfen auf keinen Fall gegen das Mutterschutzgesetz verstoßen. Halten sie sich nicht an das Beschäftigungsverbot oder an den Kündigungsschutz, ist dies als Straftat zu werten.

 

Im Falle eines komplizierten Falls, wie Diebstahl der Arbeitnehmerin und kurz darauf bekanntgewordene Schwangerschaft derselben Dame, kann der Arbeitgeber bei der zuständigen obersten Landesbehörde beantragen, dass seine fristlose Kündigung trotz Schwangerschaft für gültig erklärt wird. (U24)

 

Quelle und weitere Informationen:  https://www.lohnabrechnung-software.com/mutterschutzgesetz

 

 

Welche Aufgaben haben die Jobcenter?

Definition: Jobcenter sind Einrichtungen, die Bezieherinnen und Bezieher von Bürgergeld betreuen. Mit dem Begriff Jobcenter werden die gemeinsamen Einrichtungen (gE) der Bundesagentur für Arbeit (BA) und eines kommunalen Trägers (zum Beispiel einer Stadt) bezeichnet.

 

Hinweis: Bürgergeld-Antrag  bei Agentur für Arbeit stellen

 

Sie stellen Ihren Antrag auf Arbeitslosengeld (früher: ALG I) bei Ihrer lokalen Agentur für Arbeit, den Antrag auf Bürgergeld aber beim Jobcenter.

 

Wie kommt das? Also: Ihr ALG I bekommen Sie, weil Sie vorher in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Es orientiert sich an Ihrem Gehalt. Das alles fällt in den  Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit, also zahlt die BA auch das Geld.

Merksatz fürs Leben: Wenn ein Arbeitnehmer schuldlos vom Betrieb gekündigt wurde, dann bekommt er Arbeitslosengeld , wenn er persönlich den Antrag bei der Agentur für Arbeit stellt und innerhalb der vergangenen zwei Jahre mindestens zwölf Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Der AN muss unbedingt am ersten Tag der Arbeitslosigkeit persönlich bei der ArGe vorstellig werden.

 

Die Agentur für Arbeit kann eine Sperrzeit verhängen und die Leistungen für den Arbeitnehmer einstellen, wenn beispielsweise der Versicherte sich weigert, eine ihm zumutbare Arbeit auszuführen.

 

Das Arbeitsgericht

Das Arbeitsgericht ist zuständig für Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bezogen auf die berufliche Tätigkeit sowie zuständig für Streitigkeiten zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden.

 

Wann geht man als Arbeitnehmer zum Arbeitsgericht?

Wenn der Arbeitnehmer bezüglich der Einhaltung von vertraglichen Aspekten mit dem Chef eine Meinungsverschiedenheit hat oder Streitigkeiten hat, die sich vorher im Gespräch nicht regeln lassen, dann kann das Arbeitsgericht tätig werden. Dies ist dann wichtig, wenn man sich nicht vorher einig wird. Das Arbeitsgericht setzt sich zusammen aus einem Berufsrichter und zwei ehrenamtliche Richter.

 

Dabei muss einer der ehrenamtlichen Richter ein Arbeitnehmer sein und der andere muss ein Arbeitgeber sein. Das Arbeitsgericht ist zuständig zum Beispiel auch bei Streit über die Rechtmäßigkeit einer Kündigung.

 

Wichtig ist, zu sehen, dass der einzelne Richter beim Arbeitsgericht nur dem Gesetz unterworfen ist und nicht etwa den Vorgaben eines vorgesetzten Richters. Sie dürfen auch nicht durch die öffentliche Meinung beeinflusst werden.

 

Ungültige Kündigung eines Facharbeiters: Wenn in einem Betrieb ein Betriebsrat vorhanden ist und dieser über eine Kündigung des Arbeitnehmers nicht informiert wurde, kann die Kündigung rückgängig gemacht werden.

 

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)

Das Jugendarbeitsschutzgesetz enthält Vorschriften für Jugendliche unter 18 Jahren, dabei ist es egal, ob sie als Hilfsarbeiter oder als Azubis tätig sind.

 

Ziel dieses Gesetzes ist es, die jungen Menschen vor einer Bedrohung ihrer Entwicklung oder Gesundheit zu beschützen. Sein Geltungsbereich umfasst sämtliche Beschäftigungsverhältnisse, also auch die duale Ausbildung im Handwerk und Industrie.

 

Beispiele für Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes:

Jugendliche dürfen nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Jugendliche haben das Recht, an dem Arbeitstag der verschiedenen Abschlussprüfungen und auch der Berufsschule freigestellt zu werden.

Der Arbeitsschutz ist in verschiedenen Gesetzen geregelt, wie dem Jugendarbeitsschutzgesetz, dem Arbeitszeitgesetz, dem Mutterschutzgesetz, dem Kündigungsschutzgesetz, dem SGB IX (Sozialgesetzbuch 9, Schwerbehindertengesetz)  und dem Bundesurlaubsgesetz.

 

Merke dir die folgenden Aussagen und Zuordnungen:

(A)    Jugendliche dürfen nicht mit Akkordarbeit und sonstigen Arbeiten, bei denen durch ein gesteigertes Arbeitstempo ein höheres Entgelt erzielt werden kann, beschäftigt werden – Jugendarbeitsschutzgesetz;

(B)    Der Urlaub der Arbeitnehmenden beträgt jährlich mindestens 24 Werktage. Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sohn- oder gesetzliche Feiertage sind – Bundesurlaubsgesetz;

(C)    Zwischen dem Ende der täglichen Arbeitszeit und dem Beginn der nächsten Schicht muss sich mindestens eine ununterbrochene Ruhezeit von 11 Stunden befinden – Arbeitszeitgesetz

(D)    Die maximale tägliche Arbeitszeit beträgt gemäß Arbeitszeitgestz 8 Stunden, die maximale wöchentliche Arbeitszeit 40 Stunden – Jugendarbeitsschutzgesetz

(E)    Die Verteilung der Arbeitszeit von Montag bis Samstag ist zulässig, weil nach Arbeitszeitgesetz auch der Samstag ein Werktag ist. (U8).

 

 Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften (= Tarifparteien, Tarifpartner)

In Deutschland legen die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften die Lohn- und Gehaltstarife fest.

 

Die Arbeitgeberverbände

Ein Arbeitgeberverband ist ein Zusammenschluss von Arbeitgebern mit dem Ziel, gemeinsame Interessen gegenüber dem Gesetzgeber aber auch gegenüber den Gewerkschaften durchzusetzen. Ein Arbeitgeberverband ist das Sprachrohr der Arbeitsgeber bezüglich Tarifpolitik, sozial-, arbeitsmarkt- und auch gesellschaftspolitischer Aspekte.

 

Beispiele für Arbeitgeberverbände sind der

(E)    Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI),

(F)    Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA),

(G)    Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie (Gesamtmetall),

(H) Für LaMa´s Fachverband Landmaschinen und Baumaschinentechnik NRW e.V.

(I) KFZ-Mechatroniker: Verband des Kfz-Gewerbes NRW e.V..

 

Um die oben genannten Ziele zu erreichen, wirken Arbeitgeberverbände bei der Vorbereitung von Gesetzen durch Stellungnahmen und Vorschläge mit. Dasselbe kann man aber auch über Gewerkschaften sagen.

 

Ein typisches Ziel der Arbeitgeberverbände ist es,

-die Flexibilisierung der Arbeitszeit anzustreben. Das bedeutet, dass viel flexibler als bislang die Anzahl und Terminierung der Arbeitsstunden nach saisonalen Bedingungen erhöht, reduziert verlegt werden sollen.

 

Hier ist als Gegenpart die Gewerkschaft darauf konzentriert, dass eine Flexibilisierung nicht so weit geht, dass persönliche Belange der Arbeitnehmer zu sehr leiden. Die Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband aber auch in einer Gewerkschaft ist freiwillig. Ein weiteres Ziel des Arbeitgeberverbandes ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit seiner Mitgliedsverbände.

 

Ein Dachverband der Deutschen Arbeitgeberverbände ist der BDA (Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände). Die BDA hat die Aufgabe, die wirtschaftspolitischen Interessen der Arbeitgeber gegenüber Parlament, Regierung und Gewerkschaften zu vertreten.

 

Die Gewerkschaften

Eine Gewerkschaft ist eine Vereinigung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen. Die Gewerkschaft vertritt deren Interessen. Die Gewerkschaft verhandelt zum Beispiel mit den Arbeitgebern. Dabei kann es zum Beispiel um den Lohn gehen, um die Urlaubstage, die Pausen oder Fortbildungen.

 

 

 

Die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft bietet verschiedene Vorteile:

-        Beratung im Arbeitsrecht

-        Kostenfreie Rechtsberatung und Rechtsschutz.

-        Arbeitszeugnisberatung.

-        Freizeit-Unfallleistungen. (nicht bei jeder Gewerkschaft)

-        Lohnsteuer-Service. ...

-        Streikunterstützung (Zahlung von Streikgeldern)

-        Rentenberatung.

 

Weiter Infos unter:  https://rps.verdi.de/service/++co++465758ec-eb76-11eb-be40-001a4a160100

 

Das übergeordnete Ziel aller Gewerkschaftenist es, für bessere Arbeitsbedingungen von Beschäftigten zu sorgen. Dies beinhaltet die Vertretung der Arbeitnehmerinteressen in wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Belangen.

 

Die acht Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Stand 2026:

•        IG BAU. IG Bauen-Agrar-Umwelt. ...

•        IG BCE. IG Bergbau, Chemie, Energie. ...

•        EVG. EVG - Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. ...

•        GEW. Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. ...

•        IG Metall. IG Metall. ...

•        NGG. Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. ...

•        GdP. Gewerkschaft der Polizei.

•        ver.di. (Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft).

 

Darüber hinaus gibt es weitere kleinere Gewerkschaften, die nicht im DGB sind.

 

Arbeitsaufgabe: Finde heraus welche Gewerkschaft für deinen Beruf bzw. für deinen Betrieb zuständig ist.  Telefoniere! Rufe beim DGB an, oder frage per E-Mail.

 

Notiere die für dich zuständige Adresse in dein Heft bzw. Collegeblock.

 

Mutterschaftsgeld, Arbeitgeberzuschuss und Erstattung (U2)

Während der Schutzfristen zahlt die Krankenkasse  das Mutterschaftsgeld; der Arbeitgeber ergänzt bis zum durchschnittlichen Nettolohn durch den Arbeitgeberzuschuss.

Dieser Zuschuss sowie Mutterschutzlohn bei Beschäftigungsverboten werden Arbeitgebern über das Umlageverfahren vollständig erstattet =(Aufwendungsausgleichsgesetz – AAG).

 

Rechtsgrundlagen: §§ 19–20 MuSchG; AAG/Umlage U2 (Knappschaft-Bahn-See/AOK). Hinweis: Elterngeld ist keine Leistung des MuSchG, sondern des Bundeselterngeld – und Elternzeitgesetz = BEEG. Siehe PAL-Aufgaben: U2.

 

Rechtsfolgen bei Verstößen

 Nicht jeder Verstoß ist automatisch eine Straftat. Das MuSchG unterscheidet Ordnungswidrigkeiten (§ 32 MuSchG) und Straftaten (§ 33 MuSchG). Welche Kategorie greift, hängt vom konkreten Verstoß ab.

 

Arbeitsaufgabe 82: 💡Erklären Sie in ganzen Sätzen die Unterschiede zwischen Mutterschaftsgeld, Arbeitgeberzuschuss und Elterngeld. Gehen Sie auch auf das Erstattungsverfahren für Arbeitgeber ein. (Siehe PAL-Aufgaben U2)

Lösung: Das Mutterschaftsgeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse während der Schutzfristen; der Arbeitgeber zahlt ergänzend den Arbeitgeberzuschuss bis zum durchschnittlichen Nettolohn. Beide Zahlungen werden dem Arbeitgeber im  Verfahren nach dem AAG vollständig erstattet. Das Elterngeld ist dagegen eine Familienleistung nach dem BEEG und dient dem Ausgleich von Einkommensausfall nach der Geburt.

 

Arbeitsaufgabe 83:🔎Analysieren Sie, in welchen Fällen trotz Schwangerschaft eine Kündigung ausnahmsweise zulässig sein kann und beschreiben Sie das notwendige behördliche Verfahren.

 

Lösung: Grundsätzlich besteht ein umfassender Kündigungsschutz. Eine Kündigung ist nur zulässig, wenn die zuständige Landesbehörde diese ausnahmsweise genehmigt. Der Arbeitgeber muss einen Antrag mit Begründung stellen; erst mit schriftlicher Zustimmung wäre eine Kündigung wirksam. Bloße Verdachtslagen reichen nicht aus; die Beweise müssen eindeutig sein.

 

Arbeitsaufgabe 84:🚀Vergleichen Sie Jobcenter und Agentur für Arbeit hinsichtlich Zuständigkeiten, Leistungen und Meldepflichten.

 

Lösung: Jobcenter (gE nach § 44b SGB II) sind für Bürgergeld zuständig; die Agentur für Arbeit ist für ALG I zuständig. Bürgergeld wird bei Hilfebedürftigkeit beantragt, ALG I setzt Versicherungszeiten voraus. Die Arbeitslosmeldung muss spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit erfolgen; dies ist persönlich oder elektronisch möglich. Bei Pflichtverletzungen drohen Sperrzeiten nach § 159 SGB III.

 

Arbeitsaufgaben 85: Multiple-Choice-Aufgaben

1. Welche Aussage zum Kündigungsschutz nach MuSchG trifft zu?

A) Eine Kündigung ist immer möglich, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

B) Eine Kündigung ist nur mit vorheriger Zustimmung der zuständigen Landesbehörde ausnahmsweise zulässig.

C) Eine Kündigung ist zulässig, wenn die Arbeitnehmerin in der Probezeit ist.

D) Eine Kündigung ist zulässig, wenn der Betriebsrat zustimmt.

Lösung: B ist richtig.

 

2. Welche Leistung gehört NICHT in das Mutterschutzgesetz?

A) Mutterschaftsgeld

B) Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld

C) Elterngeld

D) Mutterschutzlohn bei Beschäftigungsverbot. Lösung: C ist richtig.

 

3. Welche Aussage zur Durchsetzung bei Verstößen gegen das MuSchG ist korrekt?

A) Jeder Verstoß ist automatisch eine Straftat.

B) Verstöße sind nur Ordnungswidrigkeiten.

C) Das Gesetz unterscheidet Ordnungswidrigkeiten und Straftaten.

D) Verstöße sind folgenlos. Lösung: C ist richtig.

 

 4. Wofür ist das Jobcenter zuständig?

A) Für Arbeitslosengeld I nach SGB III

B) Für Bürgergeld nach SGB II

C) Für Kindergeld

D) Für Elterngeld. Lösung: B ist richtig.

 

5. Bis wann muss sich eine Person arbeitslos melden, um Ansprüche auf das Arbeitslosengeld nicht zu gefährden?

A) Innerhalb von 14 Tagen nach Kündigung

B) Spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit; die Meldung kann auch elektronisch erfolgen,

C) Erst nach Ablauf der Kündigungsfrist

D) Nur persönlich vor Ort, Online-Meldungen sind unwirksam

Lösung: B ist richtig.

 

 

 

6. Wie ist die Kammer eines Arbeitsgerichts besetzt?

A) Ein Berufsrichter

B) Zwei Berufsrichter

C) Ein Berufsrichter sowie zwei ehrenamtliche Richter aus Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite

D) Drei ehrenamtliche Richter. Lösung: C ist richtig.

 

 7. Welche Aussage zum Jugendarbeitsschutz ist richtig?

A) Jugendliche dürfen regulär 9 Stunden täglich arbeiten.

B) Akkordarbeit ist für Jugendliche erlaubt.

C) Berufsschul- und Prüfungszeiten sind freizustellen; Wegezeiten werden angerechnet.

D) Jugendliche dürfen vor 9 Uhr beschäftigt werden, auch wenn die Schule vor 9 Uhr beginnt. Lösung: C ist richtig.

 

8. Welche Aussage zum Arbeitszeit-/Urlaubsrecht ist korrekt?

A) Die werktägliche Arbeitszeit beträgt gesetzlich 10 Stunden.

B) Die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen beträgt 9 Stunden.

C) Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage, wobei Samstag als Werktag gilt.

D) Der Samstag ist kein Werktag.

E)  Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 21 Werktage, wobei der Samstag als Schontag gilt. Lösung: C ist richtig.

 

9. Welche Aussage zu den Tarifparteien bzw. der Koalitionsfreiheit trifft zu?

A) Der Staat setzt Löhne zentral fest; Tarifverträge sind verboten.

B) Tarifautonomie bedeutet das freie Aushandeln von Arbeitsbedingungen durch Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften; die Mitgliedschaft ist freiwillig.

C) Nur Arbeitgeber dürfen Vereinigungen gründen.

D) Gewerkschaften sind Behörden. Lösung: B ist richtig.