Themenbereich 4: Digitalisierung (Politik und WiSo)

 

Erreichte Lernziele nach Bearbeitung der folgenden Seiten: Ich kann den Begriff „Digitalisierung“ in Wirtschaft, Handwerk und Gesellschaft fachlich korrekt erklären und die damit verbundenen Kernprozesse benennen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

 Ich kann Chancen und Risiken der Digitalisierung (z. B. Automatisierung, Vernetzung, IT-Sicherheitsrisiken, Rolle von Gatekeepern) anhand geprüfter Beispiele darstellen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

Ich kann die besonderen Aspekte der Digitalisierung im Handwerk erläutern und typische Umsetzungsfelder im Betrieb zuordnen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

 Ich kann alle Aufgaben mit selbstformulierten, korrekten Antworten und alle Multiple-Choice-Aufgaben richtig lösen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)

 

 

 

Punkteskala zur Selbsteinschätzung: 0 Punkte (–): Kann ich gar nicht! 1 Punkt (+/–): Fällt mir noch schwer! 3 Punkte (+): Fällt mir leicht – bin mir aber noch etwas unsicher! 5 Punkte (++): Fällt mir sehr leicht!

 

Was ist Digitalisierung?

Bedeutung des Begriffes „Digitalisierung“ Digitalisierung bezeichnet die Einbeziehung digitaler Technologien in geschäftliche (einschließlich handwerklicher) und soziale Prozesse mit dem Ziel, diese zu verbessern; sie verändert Interaktionen mit Kunden, Arbeitsweisen und häufig auch Erlösmodelle. Diese Definition deckt sich mit Regierungs- und Fachquellen zur digitalen Transformation.

 

Bestandteile der Digitalisierung Zur Digitalisierung gehört die Umwandlung analoger Informationen in digitale Informationen (zum Beispiel die digitale Erfassung eines Papierdokuments), die Umwandlung analoger Medien in digitale Medien (zum Beispiel die Digitalisierung von Fotos oder Videos), die Umwandlung analoger Abläufe in digitale Prozesse (zum Beispiel digitale Workflows statt Papierformulare) sowie die digitale Repräsentation physischer Objekte (zum Beispiel CAD-Modelle oder digitale Zwillinge).

 

Digitalisierung heute

Ursprünglich bedeutete Digitalisierung vor allem das Konvertieren analoger Informationen in digitale Formate. Heute bezeichnet sie den umfassenden digitalen Wandel von Privat- und Geschäftsleben: Informationen werden digital erfasst, gemessen und ausgewertet; Betriebe erwarten Zeitersparnis, höhere Leistungsfähigkeit und dadurch besseren Umsatz bzw. Gewinn.

 

Digitalisierung in der Arbeitswelt

 In der Arbeitswelt bedeutet Digitalisierung vor allem Vernetzung von Prozessen und Daten: Unternehmensdaten stehen berechtigten Mitarbeitenden orts- und zeitunabhängig zur Verfügung. Ein anschauliches Beispiel aus dem Schulkontext ist ein digitales Klassenbuch, das Anwesenheiten in Echtzeit dokumentiert; im Betrieb sind es etwa digitale Auftrags- und Zeiterfassungssysteme.

 

 Vorteile der Digitalisierung

 Häufig genannte Vorteile sind die Automatisierung und Vereinfachung von Geschäftsprozessen, die Erweiterung des Angebots (zum Beispiel durch digitale Services), schneller Wissenstransfer mit effizienterer Zusammenarbeit, wirksamere Öffentlichkeitsarbeit und höhere Flexibilität. Diese Punkte werden in behördlichen und Verbandsdarstellungen zur digitalen Wirtschaft bestätigt.

 

 

 

Nachteile und Risiken der Digitalisierung

Wesentliche Risiken sind:

 erstens erhöhte Angriffsflächen für Cyberangriffe (IT-Sicherheitslageberichte heben die Relevanz für Unternehmen ausdrücklich hervor), zweitens Datenschutzrisiken, drittens Reputationsrisiken durch digitale Kommunikationsdynamiken (Shitstorms), viertens Abhängigkeiten von „digitalen Gatekeepern“ (zum Beispiel sehr großen Plattformen), sowie fünftens Kosten- und zeitintensive Umstellungen. Der Gatekeeper-Begriff ist in der EU-Verordnung über digitale Märkte (DMA) definiert und betrifft große Plattformen mit gefestigter Vermittlungsposition.

 

Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Qualifikationen

Digitalisierung wirkt auf den Arbeitsmarkt vor allem durch Technisierung von Arbeit (Automatisierung), durch veränderte Geschäftsmodelle, durch neue Organisationsformen (zum Beispiel remote und vernetzte Arbeit) und durch geänderte Kompetenzanforderungen (mehr digitale, daten- und IT-Sicherheitskompetenzen). Diese Entwicklungen werden in ministeriellen Dossiers und Handwerksanalysen beschrieben.

 

 Digitalisierung im Handwerk:

 „Was ist das?“ Im Handwerk meint Digitalisierung die systematische Unterstützung analoger Arbeitsprozesse durch digitale Technologien, um Abläufe effizienter, transparenter und fehlerärmer zu machen (zum Beispiel digitale Zeiterfassung, Material- und Lagerverwaltung, mobile Auftragsabwicklung, 3D-Planung, Diagnose-Tools). Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hebt Chancen und Praxisbeispiele hervor.

 

Warum Digitalisierung im Handwerk?

Erfahrungen und Befragungen zeigen positive Effekte auf Prozesseffizienz, Kundenzufriedenheit und Neukundengewinnung; das wird von Handwerksverbänden und Netzwerken mit Best-Practice-Sammlungen belegt. Zudem unterstützt das vom Bund geförderte Netzwerk „Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk“ Betriebe bei der Umsetzung.

Brancheneinblick Land- und Baumaschinenmechatronik Auch der Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers ist im digitalen Wandel; Fachbeiträge berichten über moderne Diagnosesysteme, vernetzte Wartung und neue Ausbildungsprofile.

Arbeitsaufgabe 91:🔍Erkläre in ganzen Sätzen, was unter Digitalisierung im Handwerk zu verstehen ist, und nenne zwei typische Einsatzfelder in einem Handwerksbetrieb.

 

Lösung: Digitalisierung im Handwerk bedeutet, dass der Betrieb analoge Arbeitsabläufe mit digitaler Technik unterstützt, um effizienter und fehlerärmer zu arbeiten. Typische Einsatzfelder sind die digitale Auftrags- und Zeiterfassung sowie die digitale Lager- und Materialverwaltung. (Bezug: ZDH/Mittelstand-Digital)

 

Arbeitsaufgabe 92: Beschreibe je zwei Chancen und zwei Risiken der Digitalisierung für einen kleinen Handwerksbetrieb in ganzen Sätzen.

 

Lösung: Eine Chance ist die Automatisierung wiederkehrender Tätigkeiten, wodurch Zeit gespart wird. Eine weitere Chance ist die bessere Kundenkommunikation durch digitale Kanäle. Ein Risiko ist die höhere Angriffsfläche für Cyberangriffe. Ein weiteres Risiko ist die Abhängigkeit von großen Plattformen als Gatekeeper.

 

Arbeitsaufgabe 93:🚀Nenne ein konkretes Digitalisierungsprojekt für einen Ausbildungsbetrieb im Gewerk Land- und Baumaschinenmechatronik und formuliere in ganzen Sätzen, welchen Nutzen es hat.

 

Lösung: Der Betrieb führt eine mobile, vernetzte Diagnose- und Dokumentationslösung für Maschinen ein. Dadurch können Mitarbeitende Fehler schneller finden, Wartungen dokumentieren und Kundentermine effizienter planen, was Ausfallzeiten reduziert und die Kundenzufriedenheit steigert. (Bezug: Branchenbericht/Erfolgsgeschichten)

 

 Multiple-Choice-Aufgaben

 

Arbeitsaufgabe 94. Ein Handwerksbetrieb möchte seine bisherigen Papieraufträge durch ein digitales Auftrags- und Zeiterfassungssystem ersetzen. Welche Aussage beschreibt am besten, warum dies als Digitalisierung gilt?

A Die Arbeitsabläufe werden vollständig abgeschafft und durch Maschinen ersetzt.

B Analoge Arbeitsprozesse werden durch digitale Technologien unterstützt und können dadurch effizienter, transparenter und fehlerärmer werden.

C Digitalisierung bedeutet ausschließlich, Papierdokumente einzuscannen und anschließend unverändert abzuspeichern.

D Digitalisierung liegt nur dann vor, wenn sämtliche Mitarbeiter ausschließlich von zu Hause arbeiten.

E Digitalisierung bedeutet, dass ein Betrieb seine bisherigen Arbeitsabläufe unverändert beibehält und lediglich neue Computer anschafft.

Lösung: B ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 95. Ein Land- und Baumaschinenmechatroniker nutzt bei der Wartung einer modernen Maschine ein digitales Diagnosesystem und greift auf elektronisch gespeicherte Maschinendaten zu. Welcher Aspekt der Digitalisierung im Handwerk wird dadurch besonders deutlich?

A Digitale Technologien unterstützen Arbeitsprozesse und verändern zugleich die Anforderungen an berufliche Kompetenzen.

B Digitale Technologien machen berufliche Fachkenntnisse grundsätzlich überflüssig.

C Digitalisierung beschränkt sich im Handwerk auf die digitale Buchhaltung.

D Durch digitale Diagnosesysteme entfällt die Notwendigkeit, technische Fehler fachlich zu beurteilen.

E Digitalisierung betrifft ausschließlich die Kommunikation zwischen Betrieb und Kunden.

Lösung: A ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 96. Ein Betrieb führt eine digitale Material- und Lagerverwaltung ein. Welches Ziel entspricht einem wesentlichen Vorteil der Digitalisierung?

A Die Lagerbestände sollen grundsätzlich vergrößert werden, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf.

B Die Verantwortung für die Materialverwaltung soll vollständig auf die Kunden übertragen werden.

C Die Arbeitsabläufe sollen effizienter und transparenter gestaltet werden.

D Die Materialverwaltung soll von den übrigen betrieblichen Prozessen getrennt werden.

E Die digitale Lagerverwaltung soll ausschließlich zusätzliche Daten erzeugen, ohne Arbeitsabläufe zu verändern.

Lösung: C ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 97. Ein Betrieb vernetzt immer mehr Arbeitsprozesse und speichert wichtige Unternehmensdaten digital. Welches Risiko muss er dabei besonders berücksichtigen?

A Die Digitalisierung verhindert grundsätzlich den Zugriff berechtigter Mitarbeiter auf Unternehmensdaten.

B Durch die Digitalisierung verschwinden Datenschutzprobleme weitgehend.

C Vernetzte Systeme können nicht von außen angegriffen werden, wenn sie betrieblich genutzt werden.

D Mit zunehmender Digitalisierung können sich die Angriffsflächen für Cyberangriffe erhöhen.

E Cyberangriffe betreffen grundsätzlich nur große digitale Plattformen und keine Handwerksbetriebe.

Lösung: D ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 98. Ein Handwerksbetrieb stellt zahlreiche Arbeitsabläufe auf digitale Systeme um. Gleichzeitig müssen die Mitarbeiter neue Kenntnisse erwerben. Welche Entwicklung ist dabei besonders zu erwarten?

A Durch Digitalisierung sinken die Kompetenzanforderungen grundsätzlich, weil Computer alle Entscheidungen übernehmen.

B Digitalisierung verändert ausschließlich Geschäftsmodelle, nicht aber die Qualifikationsanforderungen der Beschäftigten.

C Digitalisierung führt zwangsläufig dazu, dass sämtliche bisherigen Arbeitsplätze wegfallen.

D Für die Beschäftigten werden ausschließlich Kenntnisse im Datenschutz wichtiger; andere digitale Fähigkeiten spielen keine Rolle.

E Digitale, datenbezogene und IT-Sicherheitskompetenzen gewinnen für die Beschäftigten an Bedeutung. Lösung: E ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 99. Ein Handwerksbetrieb überlegt, welche positiven Wirkungen die Digitalisierung seiner Arbeitsprozesse haben kann. Welche Kombination nennt ausschließlich mögliche Vorteile?

A Höhere Prozesseffizienz, höhere Kundenzufriedenheit und bessere Möglichkeiten zur Neukundengewinnung.

B Höhere Prozesseffizienz, vollständige Beseitigung von Cyberrisiken und garantierter Gewinn.

C Höhere Kundenzufriedenheit, vollständiger Wegfall der Umstellungskosten und automatische Neukundengewinnung.

D Schnellere Arbeitsprozesse, vollständiger Verzicht auf Fachpersonal und Ausschluss von Datenschutzrisiken.

E Höhere Flexibilität, vollständige Unabhängigkeit von digitalen Plattformen und Wegfall sämtlicher IT-Sicherheitsanforderungen.

Lösung: A ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 100. Ein Unternehmen nutzt für einen wichtigen Teil seines digitalen Geschäfts eine sehr große Plattform mit gefestigter Vermittlungsposition. Welches Risiko kann dadurch entstehen?

A Das Unternehmen kann grundsätzlich keine digitalen Dienstleistungen mehr anbieten.

B Das Unternehmen verliert automatisch sämtliche eigenen Kundendaten.

C Es kann eine Abhängigkeit von einem digitalen Gatekeeper entstehen.

D Das Unternehmen muss deshalb sämtliche analogen Arbeitsprozesse einstellen.

E Eine solche Plattform darf grundsätzlich nicht mehr genutzt werden.

Lösung: C ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 101. In einem Handwerksbetrieb sollen Arbeitsaufträge künftig mobil bearbeitet und digital dokumentiert werden. Welcher Vorteil kann sich daraus ergeben?

A Die fachliche Kontrolle der ausgeführten Arbeiten wird grundsätzlich überflüssig.

B Arbeitsabläufe können schneller dokumentiert und Informationen leichter verfügbar gemacht werden.

C Jeder Arbeitsauftrag kann anschließend ohne Mitarbeiter ausgeführt werden.

D Die digitale Auftragsabwicklung beseitigt automatisch sämtliche betrieblichen Fehler.

E Für die Auftragsabwicklung werden keine betrieblichen Daten mehr benötigt.  Lösung: B ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 102. Ein Unternehmen digitalisiert immer mehr Geschäftsprozesse. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Kosten für die Einführung neuer Systeme und für die Schulung der Mitarbeiter. Welche Beurteilung trifft zu?

A Digitalisierung verursacht grundsätzlich keine zusätzlichen Kosten, weil digitale Systeme vorhandene Technik ersetzen.

B Kosten entstehen ausschließlich durch Cyberangriffe, nicht durch die Einführung digitaler Systeme.

C Eine Digitalisierung ist nur sinnvoll, wenn bereits am ersten Tag ein höherer Gewinn entsteht.

D Kosten- und zeitintensive Umstellungen können zu den Nachteilen beziehungsweise Herausforderungen der Digitalisierung gehören.

E Schulungen sind bei digitalen Veränderungen nicht erforderlich, weil die Kompetenzanforderungen unverändert bleiben. Lösung: D ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 103. Ein Handwerksbetrieb möchte seine Wettbewerbsfähigkeit durch Digitalisierung verbessern. Welche Maßnahme passt am besten zu diesem Ziel?

A Der Betrieb verzichtet auf digitale Diagnosesysteme, damit sämtliche Arbeitsprozesse analog bleiben.

B Der Betrieb ersetzt fachliche Qualifikationen vollständig durch digitale Geräte.

C Der Betrieb nutzt digitale Technologien ausschließlich für Werbung, verändert seine betrieblichen Abläufe aber grundsätzlich nicht.

D Der Betrieb speichert möglichst viele Daten, ohne einen betrieblichen Zweck dafür festzulegen.

E Der Betrieb nutzt beispielsweise digitale Zeiterfassung, Material- und Lagerverwaltung, mobile Auftragsabwicklung und Diagnose-Tools, um Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten.

Lösung: E ist richtig.

 

Arbeitsaufgabe 104. Ein Betrieb führt vernetzte digitale Systeme ein und ermöglicht berechtigten Mitarbeitern einen orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf Unternehmensdaten. Welche Kombination beschreibt sowohl eine Chance als auch ein damit verbundenes Risiko?

A Chance: flexiblerer Zugriff auf benötigte Informationen; Risiko: größere Angriffsflächen für Cyberangriffe.

B Chance: vollständige Vermeidung von Datenschutzproblemen; Risiko: grundsätzlich kein Zugriff mehr auf Unternehmensdaten.

C Chance: Wegfall sämtlicher IT-Sicherheitsmaßnahmen; Risiko: geringere Vernetzung der Arbeitsprozesse.

D Chance: vollständiger Ersatz beruflicher Fachkenntnisse; Risiko: keine Automatisierung mehr möglich.

E Chance: garantierte Gewinnsteigerung; Risiko: digitale Informationen können grundsätzlich nicht mehr ausgewertet werden.

Lösung: A ist richtig.