Themenbereich 13: Existenzgründung
Es ist denkbar, dass Auszubildende, die jetzt für das Fach Wirtschafts- und Sozialkunde lernen, irgendwann einmal sich selbstständig machen, einen eigenen Betrieb gründen oder den elterlichen Betrieb übernehmen.
Als Existenzgründer oder Firmenleiter sollte man sich selbst Ziele setzen und diese auch umsetzen können.
Dabei gibt es viel zu beachten, unter anderem …
(F) die richtige Standortwahl,
(G) die optimale Verkehrsanbindung
(H) das Vorhandensein von genügend Fachpersonal.
Existenzgründer benötigen…
(I) einen Businessplan und
(J) eine genaue Finanzplanung;
(K) die notwendigen beruflichen Qualifikationen,
(L) die erforderlichen Zulassungen oder Genehmigungen.
Genauere Auskünfte erhalten Interessierte bei der Industrie- und Handelskammer oder der regional zuständigen Handwerkskammer. Man sollte auch sehr gut informiert sein über eine sogenannte Scheinselbstständigkeit. Diese ist in Deutschland nicht erlaubt und kann zu einer Gefahr für die berufliche Existenz als Selbstständiger werden. Wichtig ist auch zu klären, ob die Tätigkeit, die jemand ausüben will als Existenzgründer, zu den freien Berufen oder zu einem Gewerbe gehört. Eine gewerbliche Tätigkeit muss beim Gewerbeamt angemeldet werden.
Wenn Sie sich dazu an ihre Stadt oder Gemeindeverwaltung wenden, bzw. auch ans Finanzamt, erhalten sie weitere Informationen dazu. Es gibt viele passende Seminare und Kurse, die angeboten werden, unter anderem durch die Arbeitsagentur. Diese bietet Einstiegsseminare zur Existenzgründung an.
Wichtig ist, dass Existenzgründer sich klarmachen, dass man Eigenkapital benötigt.
Beispiele für Eigenkapital sind…
(M) Eigenleistung,
(N) eine Erbschaft,
(O) Sparguthaben oder beispielsweise die
(P) Schenkung durch Eltern, Verwandte und Freunde.
Ein Überziehungskredit gehört nicht zum Eigenkapital.
Weitere wichtige Aspekte für die Existenzgründung sind:
a) Finanzierung der Gründungsphase;
b) Originalität der Geschäftsidee;
c) Überschlagen der Mietkosten, Pacht oder Kaufpreis des Firmengeländes;
d) Branchenkenntnisse der Existenzgründer.
Existenzgründer müssen über verschiedene Sachverhalte entscheiden. Es muss beispielsweise klar sein, wer das Unternehmen leiten soll.
Fallbeispiel: Ein Landmaschinenmechatroniker möchte sich selbständig machen. Er entscheidet sich, eine gutgehende Werkstatt zu übernehmen, die aus Altersgründen vom alten Chef verkauft wird.
Welcher Vorteil ergibt sich hier für den Landmaschinenmechatroniker?
Der Käufer hat vorher den Betrieb und dessen wirtschaftliche Kennzahlen intensiv geprüft und kann direkt vom Tage der Übernahme an Umsatz machen. Der Staat fördert Existenzgründungen, um Arbeitsplätze zu schaffen.
Ein wichtiger Aspekt für die Wahl des Betriebsstandortes ist eine gute Verkehrsanbindung, Kundennähe und eine akzeptable Gewerbesteuer an die Gemeinde beziehungsweise Stadt. Ebenfalls wichtig für die Existenzgründung ist die Ausarbeitung einer Marketing- und Werbestrategie.
Die Unternehmensform „e.K.“ für Einzelunternehmer
In Deutschland gibt es viele verschiedene Rechtsformen, mit denen man in die Selbstständigkeit starten kannst. Eine der häufigsten bzw. beliebtesten ist die des/ der „eingetragene(n) Kaufmanns/-frau“, abgekürzt „e.K.“ oder noch präziser „e. Kfm.
Warum eingetragener Kaufmann?
Rechte und Vorteile als eingetragener Kaufmann:
Da der eingetragene Kaufmann keinen Partner hat, ist er auch der alleinige Inhaber der Firma und muss sich so seine Verdienste nicht mit jemand anderem teilen. Außerdem trifft er auch alle wichtigen Entscheidungen selbst und muss niemanden um Rat fragen. Allerdings haftet er auch möglicherweise mit seinem gesamten Privatvermögen im Falle eines Konkurses.
Arbeitsaufgabe 235: Milan Jung möchte sich selbständig machen und gründet ein Baustoffgeschäft als Einzelunternehmer.
Lösung: Er kann seine Firma unter dem folgenden Namen ins Handwerks-Handelsregister eintragen lassen: Milan Jung e. K.
Der Staat fördert Existenzgründungen mit finanziellen Mitteln. Dies tut er, um Arbeitsplätze zu schaffen.
Arbeitsaufgabe 236:Ein
Landmaschinenmechatroniker möchte sich selbstständig machen. Er überlegt, einen
seit Jahren gut laufenden Betrieb zu übernehmen, statt eine völlig neue
Werkstatt zu gründen. Welcher Vorteil spricht besonders für die
Betriebsübernahme?
A) Bei einer Betriebsübernahme entfallen grundsätzlich alle Investitionen in
Maschinen und Gebäude.
B) Ein bestehender Betrieb verfügt häufig bereits über Kunden, eingespielte
Abläufe und bekannte wirtschaftliche Kennzahlen.
C) Bei einer Betriebsübernahme ist kein Businessplan erforderlich, weil das
Unternehmen schon existiert.
D) Der Käufer übernimmt automatisch alle bisherigen Gewinne und kann keine
Verluste machen.
E) Eine Betriebsübernahme ist immer günstiger als eine Neugründung.
Lösung: B ist richtig.
Arbeitsaufgabe 237: Eine Existenzgründerin hat eine gute
Geschäftsidee, aber noch keine genaue Übersicht über Investitionen, laufende
Kosten, erwartete Umsätze und den benötigten Kapitalbedarf. Welches
Planungsinstrument ist jetzt besonders wichtig?
A) Eine Gewerbeanmeldung, weil diese automatisch die Finanzierung des Betriebes
festlegt.
B) Eine Standortanalyse, weil sie sämtliche finanziellen Berechnungen ersetzt.
C) Eine Eintragung ins Handelsregister, weil dadurch die Höhe des notwendigen
Kapitals feststeht.
D) Ein Businessplan mit Finanzplanung, in dem Geschäftsidee, Kapitalbedarf,
Kosten, Umsätze und Finanzierung dargestellt werden.
E) Eine reine Aufstellung der vorhandenen Werkzeuge, weil weitere Berechnungen
erst nach Betriebsbeginn erforderlich sind. Lösung: D ist richtig.
Arbeitsaufgabe 238:Welche
Aussage zur Finanzierung einer Existenzgründung ist fachlich richtig?
A) Eigenkapital sind Mittel, die dem Gründer selbst beziehungsweise dem
Unternehmen dauerhaft zur Verfügung stehen und nicht als Kredit zurückgezahlt
werden müssen.
B) Ein Bankkredit gehört zum Eigenkapital, sobald er für Maschinen oder
Werkstattausrüstung verwendet wird.
C) Ein Überziehungskredit wird zu Eigenkapital, wenn das Konto länger als ein
Jahr im Minus bleibt.
D) Eigenkapital kann nur aus vorher angespartem Bargeld bestehen; andere
Vermögenswerte kommen nicht infrage.
E) Je weniger Eigenkapital vorhanden ist, desto geringer ist grundsätzlich das
finanzielle Risiko einer Unternehmensgründung. Lösung: A ist richtig.
Arbeitsaufgabe 239: Ein Kfz-Mechatroniker möchte eine eigene Werkstatt
eröffnen. Warum muss er vor der Gründung prüfen, welche beruflichen
Qualifikationen, Eintragungen und Genehmigungen erforderlich sind?
A) Weil jeder selbstständige Betrieb unabhängig von seiner Tätigkeit dieselben
Zulassungen benötigt.
B) Weil die zuständige Gemeinde entscheidet, welche berufliche Ausbildung für
jeden Betrieb vorgeschrieben ist.
C) Weil eine Gewerbeanmeldung automatisch alle weiteren fachlichen
Voraussetzungen und Genehmigungen ersetzt.
D) Weil berufliche Qualifikationen nur für Unternehmen mit mehr als zehn
Beschäftigten vorgeschrieben werden können.
E) Weil je nach Tätigkeit unterschiedliche gesetzliche Voraussetzungen gelten
können und insbesondere bei zulassungspflichtigen Handwerken besondere
Anforderungen zu beachten sind. Lösung: E ist richtig.
Arbeitsaufgabe 240: Ein Unternehmer führt seinen Betrieb allein und
ist als eingetragener Kaufmann im Handelsregister eingetragen. Welche Aussage
beschreibt diese Unternehmensform am zutreffendsten?
A) Der Unternehmer haftet grundsätzlich nur mit dem Geld, das er bei der
Gründung in den Betrieb eingebracht hat.
B) Durch die Eintragung als e. K. entsteht automatisch eine Gesellschaft mit
mindestens zwei Gesellschaftern.
C) Der eingetragene Kaufmann führt das Unternehmen allein, kann grundsätzlich
selbst entscheiden und haftet regelmäßig auch mit seinem Privatvermögen.
D) Ein e. K. darf keine Beschäftigten einstellen, weil es sich um ein
Einzelunternehmen handelt.
E) Die Bezeichnung e. K. bedeutet, dass das Unternehmen nicht in das
Handelsregister eingetragen werden muss. Lösung: C ist richtig.