Themenbereich 11: Unternehmensanalyse
Erreichte Lernziele nach Bearbeitung der folgenden Seiten:
Ich kann das erwerbswirtschaftliche Prinzip erklären und Gewinn, Rentabilität sowie Produktivität zueinander in Beziehung setzen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)
Ich kann die zentralen Funktionen eines Betriebs (Beschaffung, Produktion, Absatz) erläutern und die Rolle der Logistik beschreiben. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)
Ich kann die volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital definieren und ihren Einsatz in Handwerk und Industrie unterscheiden. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)
Ich kann alle Aufgaben mit selbstformulierten, korrekten Antworten und alle Multiple-Choice-Aufgaben richtig lösen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)
Punkteskala zur Selbsteinschätzung: 0 Punkte (–): Kann ich gar nicht! 1 Punkt (+/–): Fällt mir noch schwer! 3 Punkte (+): Fällt mir leicht – bin mir aber noch etwas unsicher! 5 Punkte (++): Fällt mir sehr leicht!
Erwerbswirtschaftliches Prinzip und Zielausrichtung
Das oberste Ziel einer erwerbswirtschaftlich betriebenen Unternehmung ist das Erwirtschaften von Gewinn. Dadurch wird ein Betrieb rentabel, die Rendite steigt. Das erwerbswirtschaftliche Prinzip bedeutet: Private Unternehmen handeln auf Gewinn. Sie richten Entscheidungen am Gewinn oder an der Rentabilität aus. Daher sind Aussagen zu Gewinnorientierung richtig. Eine reine Arbeitsplatzsicherung ist nicht das Hauptziel. Steigt die Produktivität, sinken meist die Kosten pro Stück oder der Output je Einsatz steigt. Das kann Gewinn und Rentabilität erhöhen.
Kernfunktionen von Betrieben
Die drei wichtigsten Aufgaben eines Industrie- aber auch Handwerksbetriebes sind: Beschaffung, Produktion und Absatz. Beispiele für Beschaffung sind: der Materialeinkauf für die Konstruktion (beziehungsweise Produktion) von Maschinen; zum Bereich Absatz gehört die Werbung.
Logistik
Die Logistik eines Betriebes hat das folgende Motto: das richtige Material, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Menge, zu möglichst geringen Kosten bei hoher Qualität. Unter Logistik versteht man die Abwicklung von Materialflüssen von der Bestellung bis zum Versand.
Produktionsfaktoren
Unter den Produktionsfaktoren versteht man Boden, Arbeit und Kapital. Zum Produktionsfaktor Boden gehören Felder, Rohstoffe, Wald und Gewässer. Zum Produktionsfaktor Arbeit gehört die Arbeitskraft; werden Maschinen eingesetzt, können sie handwerkliche Tätigkeiten teilweise ersetzen. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn eine Produktion arbeitsteilig am Fließband automatisiert wird. Durch eine Arbeitsteilung wird die Senkung von Produktionskosten angestrebt.
Unterschiede zwischen Handwerk und Industrie
Handwerksbetriebe zeichnen sich im Gegensatz zur Industrie durch Kundennähe, besonders schnelle Anpassung an Kundenwünsche und lohnintensive Dienstleistung aus.
Im Gegensatz zum Handwerk weist in der Regel eine Industrieunternehmung eine weitgehende Arbeitsteilung auf.
Farbige Zahlen
Begriffe „rote Zahlen schreiben“ und „schwarze Zahlen schreiben“
Die Formulierung „rote Zahlen schreiben“ bedeutet „Verluste machen“ und die Formulierung „schwarze Zahlen schreiben“ bedeutet „Gewinne erzielen“. Diese Redewendungen sollten jedem bekannt sein.
Arbeitsproduktivität und Wirtschaftlichkeit
Die Arbeitsproduktivität eines Betriebes in einer Werkstatt kann durch Automatisierung, Digitalisierung, aber auch durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen wie Beleuchtung, Belüftung, Geräuschdämpfung und Beheizung eindeutig gesteigert werden. Die Arbeitsproduktivität wird ebenfalls durch die Erhöhung der Produktionsmenge je geleistete Arbeitsstunde erhöht. Ein Unternehmen stellt Automobilzubehör her.
Aufgrund der starken Konkurrenz auf dem Weltmarkt müssen die Preise gesenkt werden, wodurch die Verkaufserlöse sinken. Dies bedeutet, dass die Wirtschaftlichkeit der Unternehmung kleiner wird.
Der Erfolg einer Einzelunternehmung hängt sehr stark von den Fähigkeiten des Unternehmers ab. Eine praktische Möglichkeit, die Arbeitsproduktivität eines Land- und Baumaschinenfachbetriebs zu erhöhen, ist beispielsweise die Verwendung von Spezialwerkzeug und die Optimierung der Arbeitsabläufe.
Beispiele aus Produktion und Kapitalintensität
Die Herstellung von Fruchtsäften gehört in den Produktionsbereich. Das geringste Kapital ist die handwerkliche Produktion von Polstermöbeln im Vergleich zur Förderung von Braunkohle, der industriellen Produktion von Kunststoffen, der Erzeugung von Aluminium und dem Betrieb einer Erdölraffinerie, weil bei dem Vergleich zu diesen Bereichen wenig Maschinen und dergleichen investiert werden müssen. Um zu investieren, muss ein Betrieb Anteile seines Gewinns in produktiven Sachwerten anlegen.
Arbeitsaufgabe 192: Kosten im Unternehmen (Lückentext mit Auswahl und Lösungen)
In jedem Unternehmen entstehen Kosten. Manche Ausgaben fallen regelmäßig in gleicher Höhe an – sie heißen Textbox 1:_____ Kosten. Bei einem betrieblich genutzten LKW zählen dazu zum Beispiel die Kosten für Textbox 2:_____ .
Andere Kosten schwanken, je nachdem, wie viel produziert wird oder wie intensiv ein Betriebsmittel genutzt wird – das sind Textbox 3:_____ Kosten. Beim LKW gehören dazu etwa die Kosten für Textbox 4:_____ .
Textbox 1:_____ – Auswahl (neu sortiert): A Gesamt- · B variablen · C fixen · D Stück-
Textbox 2:_____ – Auswahl (neu sortiert): A die Kfz-Steuer · B Reparaturen · C Kraftstoff · D Reifen
Textbox 3:_____ – Auswahl (neu sortiert): A fixe · B variable · C Gesamt- · D Stück-
Textbox 4:_____ – Auswahl (neu sortiert): A die Stellplatzmiete · B die Kfz-Steuer · C die Anschaffung · D Kraftstoff
Aufgabenstellung: Setzen Sie in den Text die passenden Begriffe ein. Wählen Sie für jede Textbox die richtige Option (A–D) aus der jeweils neu sortierten Liste.
Lösungen (bezogen auf die neue Reihenfolge):
Textbox 1:_____ : fixen → C. Fixe Kosten sind unabhängig von Ausbringungsmenge/Nutzung definiert. Textbox 2:_____ : die Kfz-Steuer → A. Die Kfz-Steuer ist eine periodische, nutzungsunabhängige Abgabe (jährlich) und damit ein typischer Fixkostenposten.
Textbox 3:_____ : variable → B. Variable Kosten hängen vom Beschäftigungsgrad beziehungsweise der Nutzung ab.
Textbox 4:_____ : Kraftstoff → D. Kraftstoffkosten steigen mit der Nutzung (gefahrene Kilometer) und sind damit variabel.
Unternehmensformen
Wenn ein Mensch sich selbstständig machen will, dann muss er sich für eine Rechtsform des Unternehmens entscheiden. Entscheidet er sich für keine Unternehmensform, dann gilt er automatisch als e.K., also als eingetragener Kaufmann beziehungsweise Kauffrau.
Die Wahl der Unternehmensform richtet sich unter anderem nach: branchenspezifischem Haftungsrisiko, Gründungs- und Kapitalaufwand, organisatorischen Gestaltungsmöglichkeiten, gewerblicher oder freiberuflicher Geschäftstätigkeit, Dauer der Unternehmung, Steuern.
Beispiele für Unternehmensformen sind: – Personengesellschaften, – Kapitalgesellschaften, – Kommanditgesellschaften, – Aktiengesellschaften (AG), – Sonderformen.
Beispiele für Personengesellschaften sind: – OHG (Offene Handelsgesellschaft), – GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), – KG (Kommanditgesellschaft).
Zu den Kapitalgesellschaften gehören: – GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), – AG (Aktiengesellschaft), – Sonderformen, zum Beispiel eG (Eingetragene Genossenschaft).
Unternehmungsformen
Einzelunternehmung (e.K.)
Die Einzelunternehmung ist die Rechtsform, die circa 90 % aller Unternehmungen in der Bundesrepublik Deutschland haben. Einzelunternehmungen werden durch folgende Merkmale charakterisiert:
a) Einzelunternehmungen hängen sehr stark von den Fähigkeiten des Unternehmers ab,
b) bei Einzelunternehmungen (e.K.) trägt der Inhaber das volle betriebswirtschaftliche Risiko (einschließlich des alleinigen finanziellen Risikos),
c) der Inhaber kann allein und schnell entscheiden, ohne sich mit anderen Kapitalgebern abstimmen zu müssen,
d) der Inhaber besitzt alle Rechte an der Unternehmung,
e) der Inhaber kann über den Gewinn allein verfügen. Die Rechtsform der Einzelunternehmung ist besonders für Kleinunternehmungen geeignet.
Beispiele für Einzelunternehmungen:
a) Handwerksunternehmung (zum Beispiel Bäckerei),
b) Architekturbüro,
c) Einzelhandelsgeschäft,
d) Taxiunternehmung.
Ein Krankenhaus wird normalerweise nicht als Einzelunternehmung geführt.
Umwandlung in eine Personengesellschaft: Gründe
Fälle, in denen man eine Einzelunternehmung in eine Personengesellschaft umwandeln würde:
a) wenn das betriebswirtschaftliche Risiko auf mehrere Personen verteilt werden soll;
b) wenn die Familienmitglieder oder leitende Angestellte bei vollem Risiko an der Geschäftsführung beteiligt werden sollen;
c) wenn die Kapitalbeschaffung erleichtert werden soll;
d) wenn Probleme beim Tod des Unternehmers verringert werden sollen.
Arbeitsaufgaben
Arbeitsaufgabe 193:🔎 Erkläre das erwerbswirtschaftliche Prinzip und stelle den Zusammenhang zwischen Produktivität, Kosten pro Stück und Rentabilität her.
Lösung: Das erwerbswirtschaftliche Prinzip beschreibt die Gewinnorientierung privater Unternehmen. Steigt die Produktivität, dann steigt der Output je Einsatz oder die Kosten pro Stück sinken. Beides verbessert die Rentabilität und unterstützt das Ziel, Gewinne zu erzielen.
Arbeitsaufgabe 193: Ordne die Beispiele „Kfz-Steuer“ und „Kraftstoff“ den Kostenarten zu und begründe kurz.
Lösung: Die Kfz-Steuer ist eine fixe, periodische, nutzungsunabhängige Abgabe und zählt zu den Fixkosten. Kraftstoffkosten hängen von der Nutzung ab (gefahrene Kilometer) und sind variable Kosten.
Arbeitsaufgabe 194:💡 Vergleiche Handwerksbetriebe und Industrie hinsichtlich Arbeitsteilung und Kundennähe. Begründe, warum sich die Arbeitsproduktivität in beiden Betriebstypen durch Digitalisierung erhöhen kann.
Lösung: Handwerksbetriebe sind kundennah, reagieren schnell auf Kundenwünsche und erbringen lohnintensive Dienstleistungen; Industrieunternehmen arbeiten stärker arbeitsteilig. In beiden Fällen führen Automatisierung und digitale Abläufe zu weniger Such-, Rüst- und Wartezeiten und erhöhen dadurch die Produktivität.
Multiple-Choice-Aufgaben
Arbeitsaufgabe 195: Ein Handwerksbetrieb fertigt bisher viele Bauteile überwiegend von Hand. Nun werden computergesteuerte Maschinen eingesetzt, sodass mit der gleichen Zahl an Arbeitsstunden deutlich mehr Bauteile hergestellt werden können. Welche Aussage beschreibt die wirtschaftliche Wirkung am besten?
A Der Produktionsfaktor Arbeit wird vollständig bedeutungslos, weil Maschinen grundsätzlich jede menschliche Tätigkeit ersetzen.
B Die Arbeitsproduktivität sinkt, weil für die Maschinen zusätzlich Kapital eingesetzt werden muss.
C Die Arbeitsproduktivität steigt, weil je geleisteter Arbeitsstunde eine größere Produktionsmenge erreicht wird.
D Die Wirtschaftlichkeit muss sinken, weil jede Automatisierung zwangsläufig höhere Stückkosten verursacht.
E Die Produktion wird automatisch zu einer Dienstleistung, sobald computergesteuerte Maschinen eingesetzt werden. Lösung: C ist richtig.
Arbeitsaufgabe 196: Ein Unternehmen stellt fest, dass seine Produkte auf dem Weltmarkt nur noch zu niedrigeren Preisen verkauft werden können. Die Produktionsmenge und die Kosten bleiben zunächst unverändert. Welche Folge ist unter diesen Bedingungen zu erwarten?
A Die Wirtschaftlichkeit verbessert sich, weil niedrigere Verkaufspreise grundsätzlich den Gewinn erhöhen.
B Die Verkaufserlöse sinken und damit kann sich auch die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens verschlechtern.
C Die Arbeitsproduktivität steigt automatisch, weil die Kunden weniger für die Produkte bezahlen.
D Die Produktionskosten sinken im gleichen Umfang wie die Verkaufspreise, weil beide Größen zwingend miteinander verbunden sind.
E Die Verkaufserlöse bleiben unverändert, solange die gleiche Menge produziert wird. Lösung: B ist richtig.
Arbeitsaufgabe 197:Eine Werkstatt bestellt Ersatzteile so, dass das benötigte Material in der richtigen Menge und Qualität zum benötigten Zeitpunkt am richtigen Ort verfügbar ist. Gleichzeitig sollen die Kosten möglichst gering bleiben. Welcher betriebliche Bereich steht dabei im Mittelpunkt?
A Der Absatz, weil die Ersatzteile unmittelbar an Kunden verkauft werden müssen.
B Die Produktion, weil jede Materialbestellung bereits die Herstellung eines Produktes darstellt.
C Das Rechnungswesen, weil ausschließlich die Bezahlung der Ersatzteile entscheidend ist.
D Die Logistik, weil Materialflüsse von der Beschaffung bis zur Bereitstellung beziehungsweise zum Versand geplant und gesteuert werden.
E Die Personalwirtschaft, weil die Materialmenge von der Zahl der Beschäftigten abhängt. Lösung: D ist richtig.
Arbeitsaufgabe 198: Zwei Gründer vergleichen ein Einzelunternehmen mit einer Gesellschaft. Einer der Gründer möchte allein entscheiden können, ist aber besorgt über das persönliche finanzielle Risiko. Welche Aussage beschreibt einen wesentlichen Zusammenhang beim Einzelunternehmen zutreffend?
A Der Inhaber kann grundsätzlich allein Entscheidungen treffen, trägt aber auch das unternehmerische Risiko und haftet grundsätzlich persönlich und unbeschränkt.
B Der Inhaber kann allein entscheiden, haftet jedoch grundsätzlich nur mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Stammkapital von 25.000 Euro.
C Der Inhaber trägt kein eigenes wirtschaftliches Risiko, weil Verluste grundsätzlich vom Staat ausgeglichen werden.
D Ein Einzelunternehmen muss mindestens zwei Eigentümer haben, damit wichtige Entscheidungen getroffen werden können.
E Ein Einzelunternehmen ist eine Kapitalgesellschaft, bei der das Privatvermögen des Inhabers grundsätzlich von der Haftung ausgeschlossen ist.
Lösung: A ist richtig.
Arbeitsaufgabe 199: Ein Unternehmen möchte seine Gewinne langfristig erhöhen. Es investiert deshalb in moderne Maschinen und verbessert gleichzeitig die Arbeitsorganisation. Dadurch kann mit demselben Arbeitseinsatz eine größere Menge produziert werden. Welche Schlussfolgerung ist wirtschaftlich am überzeugendsten?
A Eine höhere Produktivität bedeutet zwingend, dass der Gewinn sinkt, weil eine größere Produktionsmenge immer höhere Stückkosten verursacht.
B Produktivität und Rentabilität sind identische Begriffe; steigt die Produktivität um 10 %, steigt deshalb zwingend auch die Rentabilität um 10 %.
C Eine höhere Produktivität ist für den Unternehmenserfolg ohne Bedeutung, solange sich die Zahl der Beschäftigten nicht verändert.
D Die Investition kann nur dann als produktiv bezeichnet werden, wenn anschließend überhaupt keine menschliche Arbeit mehr benötigt wird.
E Eine höhere Produktivität kann die Stückkosten senken und dadurch Gewinn und Rentabilität verbessern; dies geschieht jedoch nicht automatisch, weil beispielsweise Absatz, Preise und zusätzliche Kosten ebenfalls eine Rolle spielen. Lösung: E ist richtig.
Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften
Erreichte Lernziele nach Bearbeitung der folgenden Seiten: Ich kann die Unterschiede zwischen Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften, insbesondere hinsichtlich der Organe, der Haftung und des Mindestkapitals, präzise darstellen (z. B. GmbH, AG, OHG, KG). (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)
Ich kann die Grundbegriffe der Unternehmensanalyse wie Produktionsfaktoren, Logistik und Arbeitsproduktivität erklären sowie fixe und variable Kosten richtig zuordnen. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)
Ich kann die Besonderheiten der Rechtsformen e. K., OHG, KG und GmbH anhand von Haftungsregeln, Kapitalaufbringung und typischen Einsatzfeldern beschreiben. (Selbsteinschätzung: 0 − / 1 +/− / 3 + / 5 ++)
Das oberste Ziel einer erwerbswirtschaftlich betriebenen Unternehmung ist das Erwirtschaften von Gewinn. Dadurch wird ein Betrieb rentabel, die Rendite steigt. Das erwerbswirtschaftliche Prinzip bedeutet: Private Unternehmen handeln auf Gewinn. Sie richten Entscheidungen am Gewinn oder an der Rentabilität aus. Daher sind Aussagen zur Gewinnorientierung richtig. Eine reine Arbeitsplatzsicherung ist nicht das Hauptziel. Steigt die Produktivität, sinken meist die Kosten pro Stück oder der Output je Einsatz steigt. Das kann Gewinn und Rentabilität erhöhen.
Die drei wichtigsten Aufgaben eines Industrie- aber auch eines Handwerksbetriebes sind: Beschaffung, Produktion und Absatz. Beispiele für Beschaffung sind der Materialeinkauf für die Konstruktion (bzw. Produktion) von Maschinen, und zum Bereich Absatz gehört die Werbung.
Provision
„Eine Provision ist eine erfolgsabhängige Vergütung, die aufgrund einer Geschäftsvermittlung zustande kommt. Sie errechnet sich in der Regel mithilfe eines vereinbarten Prozentsatzes, bezogen auf den erzielten Wert
Aktien
Eine Aktie ist eine Urkunde über den Anteil am Kapital eines Unternehmens, das an der Börse geführt wird. Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft wird von den Aktionären beschafft. Durch den Kauf einer Aktie wird man Aktionär. Der Kurswert (Preis) einer Aktie bildet sich durch Angebot und Nachfrage. Eine Aktiengesellschaft ist am besten geeignet bei Unternehmensformen, die einen großen Kapitalbedarf haben.
Aktiengesellschaft (AG)
Bei einer Aktiengesellschaft sind Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand wichtige Organe. Die Hauptversammlung wählt die Vertreter der Aktionäre in den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft benennt den Vorstand und kontrolliert ihn. Die Aufsichtsratsmitglieder sind zur Hälfte Arbeitnehmervertreter. Der Vorstand leitet die Aktiengesellschaft.
Mindestgrundkapital: 50.000 €
Bei einer Aktiengesellschaft (AG) führt der Vorstand die Geschäfte und leitet das Unternehmen. Er entscheidet also über die laufende Unternehmensführung. Das steht ausdrücklich in § 76 AktG (= Aktiengesetz): Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung.
Der Aufsichtsrat führt die Geschäfte dagegen nicht, sondern überwacht den Vorstand. Die Hauptversammlung ist die Versammlung der Aktionäre und trifft bestimmte grundlegende Entscheidungen, übernimmt aber nicht die laufende Geschäftsführung.
Merksatz:
Vorstand = führt – Aufsichtsrat = überwacht – Hauptversammlung = Aktionäre entscheiden über bestimmte Grundfragen.
Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft und muss daher mindestens ein Stammkapital von 25.000 € haben. Sie besitzt die folgenden Organe: eine Gesellschafterversammlung und eine Geschäftsführung.
Eine GmbH (kann bereits von einer Person gegründet werden. Für die Schulden der GmbH haftet grundsätzlich das Gesellschaftsvermögen, nicht das Privatvermögen der Gesellschafter. Die Geschäftsführer führen die Geschäfte und vertreten die GmbH nach außen. Der Gewinn wird grundsätzlich nach dem Verhältnis der Geschäftsanteile verteilt, sofern im Gesellschaftsvertrag nichts anderes festgelegt wurde.
Verschiedene Formen der Haftung
Nach dem BGB und Strafrecht findet sie in Deutschland grundsätzlich unbeschränkt, unmittelbar oder solidarisch statt. Sie kann sich auf einen Schaden oder auf eine Gefährdung beziehen. Ziel der Regelungen ist die Rechtssicherheit im Geschäftsverkehr.
Haftung bei der GmbH
Bis der Eintrag im Handelsregister veröffentlicht wird, haften die Gesellschafter noch mit ihrem Privatvermögen. Die „beschränkte Haftung“ der Gesellschafter greift erst mit der Eintragung ins Handelsregister ein.Mindeststammkapital: 25.000 € (§ 5 Abs. 1 GmbHG). Zur Gründung muss mindestens die Hälfte (12.500 €) eingezahlt werden
Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Eine GbR (= Gesellschaft bürgerlichen Rechts) entsteht, wenn sich mindestens zwei Personen oder Unternehmen zusammenschließen, um gemeinsam einen bestimmten Zweck zu verfolgen. Das kann zum Beispiel ein gemeinsamer Handwerksbetrieb sein.
Die Gründung ist vergleichsweise einfach. Ein Gesellschaftsvertrag ist notwendig, muss aber grundsätzlich nicht notariell abgeschlossen werden. Die Gesellschafter haften grundsätzlich auch persönlich mit ihrem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der GbR.
Beispiel: Zwei Kfz-Mechatroniker eröffnen gemeinsam eine Werkstatt und betreiben sie als GbR.
Merksatz: GbR = mindestens zwei Gesellschafter – einfache Gründung – grundsätzlich persönliche Haftung.
Wer haftet bei der GbR?
Bei einer GbR haften alle Gesellschafter gemeinsam, unbeschränkt und mit dem individuellen Privatvermögen. Eine Haftungsbeschränkung ist grundsätzlich nicht möglich. Das heißt konkret, dass innerhalb einer GbR jeder Gesellschafter Schaden anrichten kann, für den alle anderen mit aufkommen müssen.
Kommanditgesellschaft (KG)
Eine KG (= Kommanditgesellschaft) ist eine Personengesellschaft. Bei ihr gibt es zwei unterschiedliche Arten von Gesellschaftern:
Der Komplementär haftet grundsätzlich unbeschränkt, also auch mit seinem Privatvermögen. Der Kommanditist haftet dagegen grundsätzlich nur bis zur Höhe seiner im Handelsregister eingetragenen Haftsumme; dabei sind rechtliche Einzelheiten, insbesondere die geleistete Einlage, zu beachten.
Beispiel: Eine Unternehmerin führt einen Betrieb als persönlich haftende Komplementärin. Ein weiterer Gesellschafter beteiligt sich als Kommanditist mit Kapital. Mindestgrundkapital: 50.000 €
Merksatz: KG = mindestens ein persönlich haftender Komplementär + mindestens ein beschränkt haftender Kommanditist.
Haftung bei einer Kommanditgesellschaft
Für Gesellschaftsschulden haftet die KG mit dem Gesellschaftsvermögen (Gesamthandsvermögen). Zusätzlich haften die Komplementäre persönlich. Eine Haftungsbeschränkung der Komplementäre auf das Gesellschaftsvermögen ist nicht möglich. Der Kommanditist haftet Gesellschaftsschuldnern gegenüber nur mit seiner Einlage.
GmbH & Co. KG
Die GmbH & Co. KG verbindet Elemente einer KG (= Kommanditgesellschaft) mit einer GmbH (= Gesellschaft mit beschränkter Haftung).
Der entscheidende Unterschied zur klassischen KG ist: Der Komplementär ist hier typischerweise keine natürliche Person, sondern eine GmbH. Diese GmbH haftet grundsätzlich nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Dadurch steht regelmäßig keine natürliche Person als unbeschränkt persönlich haftender Gesellschafter mit ihrem gesamten Privatvermögen ein.
Beispiel: Die „Müller Maschinen GmbH & Co. KG“ betreibt das Unternehmen. Die „Müller Verwaltungs-GmbH“ ist Komplementärin der KG.
Merksatz: GmbH & Co. KG = KG, bei der typischerweise eine GmbH die Rolle des persönlich haftenden Komplementärs übernimmt.
gGmbH
Die Abkürzung gGmbH steht für gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sie ist rechtlich eine GmbH, verfolgt aber steuerbegünstigte gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke.
Eine gGmbH kann beispielsweise eine soziale Einrichtung, eine Bildungseinrichtung oder eine Einrichtung der Jugendhilfe betreiben. Sie darf durchaus Einnahmen erzielen und auch Überschüsse erwirtschaften. Die Mittel dürfen aber grundsätzlich nicht einfach als Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, sondern müssen entsprechend den steuerrechtlichen Gemeinnützigkeitsregeln für die festgelegten Zwecke verwendet werden.
Beispiel: Eine gGmbH betreibt eine gemeinnützige Bildungseinrichtung und verwendet ihre Mittel für ihre Bildungsarbeit.
Merksatz: gGmbH = GmbH mit gemeinnützigem Zweck – Gewinne beziehungsweise Mittel dienen grundsätzlich dem gemeinnützigen Zweck.
Unbeschränkte Haftung als Einzelunternehmen
Wer eine Geschäftstätigkeit aufnimmt und keine (besondere) Rechtsform wählt, ist im Grunde automatisch ein Einzelunternehmen. In dieser Rechtsform gilt eine unbeschränkte Haftung mit dem Privatvermögen. Man haftet also mit dem kompletten Privatvermögen für alle Verbindlichkeiten der Firma.
Unternehmergesellschaft (UG)
Die UG (= Unternehmergesellschaft [haftungsbeschränkt]) ist eine besondere Form der GmbH. Sie eignet sich für Gründer, die wenig Startkapital haben.
Eine GmbH benötigt 25.000 Euro Stammkapital. Eine UG kann theoretisch schon mit 1 Euro gegründet werden. In der Praxis sollte jedoch genügend Geld für die ersten Kosten vorhanden sein.
Haftung: Grundsätzlich haftet die UG mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Die Gesellschafter haften normalerweise nicht mit ihrem Privatvermögen. Eine persönliche Haftung kann aber zum Beispiel entstehen, wenn ein Gesellschafter eine private Bürgschaft übernimmt.
Gewinn: Ein Teil des Gewinns muss als Rücklage im Unternehmen bleiben. Grundsätzlich werden 25 % des Jahresüberschusses zurückgelegt. So soll Eigenkapital aufgebaut werden. Später kann die UG zur GmbH werden.
Vorteile: wenig Startkapital, grundsätzlich beschränkte Haftung.
Nachteile: mehr Verwaltungsaufwand als beim Einzelunternehmen und bei sehr geringem Kapital wenig finanzielle Sicherheit. Banken können deshalb persönliche Sicherheiten verlangen.
Merksatz: UG = Unternehmen mit wenig Startkapital und grundsätzlich beschränkter Haftung.
Wann ein Mindestkapital
Ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindestkapital gibt es in Deutschland nur bei bestimmten Kapitalgesellschaften, nicht aber bei Personengesellschaften oder beim Einzelunternehmen.
👉 Kein Mindestkapital ist vorgeschrieben bei: Einzelunternehmen, Offene Handelsgesellschaft (OHG), Kommanditgesellschaft (KG), Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), Partnerschaftsgesellschaft (PartG).
Personengesellschaft (OHG)
Eine Personengesellschaft hat verglichen mit einer Einzelunternehmung folgende Vorteile:
a) Das Risiko ist auf zwei oder mehrere Personen verteilt. b) Die Probleme beim Tod eines Inhabers sind für die Unternehmung geringer.
Offene Handelsgesellschaft (OHG)
Diese Rechtsform der Unternehmung wird häufig gewählt, wenn der Einzelunternehmer aus Gründen der Risikoverteilung, der Arbeitsentlastung oder aus Finanzierungsgründen einen oder mehrere Gesellschafter in sein Unternehmen aufnehmen will.
Bei der Offenen Handelsgesellschaft gilt für die Gesellschafter der Grundsatz „Gleiche Rechte, gleiche Pflichten“. Die OHG muss mindestens zwei Gesellschafter haben. Das verlangt großes gegenseitiges Vertrauen und sinnvolle Zusammenarbeit der Gesellschafter. Sie haften für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber den Gläubigern persönlich als Gesamtschuldner, d. h., ein Gläubiger kann von jedem Gesellschafter nach seinem Belieben die Zahlung fordern; auch haften alle Gesellschafter nicht nur mit ihrem Geschäftsvermögen, sondern auch mit ihrem gesamten Privatvermögen.
Kapitalaufbringung in der OHG
Die jeweiligen Kapitalanteile der Gesellschafter werden im Gesellschaftsvertrag festgelegt. Eine Mindestkapitalhöhe ist nicht vorgeschrieben. Das durch die Gesellschafter insgesamt aufgebrachte Vermögen wird Gemeinschaftsvermögen der Gesellschaft.
Arbeitsaufgabe 200: Die Hans Müller OHG Elektrogroßhandel wird von den Gesellschaftern Müller und Schulze gebildet. Die schlecht geführt Unternehmung gerät in Konkurs. Wie ist die Haftung geregelt?
Antwort: Müller und Schulze haften mit dem Geschäftsvermögen und dem Privatvermögen.
Kommanditgesellschaft als Personengesellschaft (KG)
Geschäftskapital wird von Voll- und Teilhaftern aufgebracht. Die Kommanditgesellschaft ist eine Form der Personengesellschaft. Sie hat zwei Arten von Gesellschaftern: Komplementäre und Kommanditisten. Die Komplementäre (auch Vollhafter genannt) haften mit ihrem Geschäfts- und Privatvermögen. Ihr Familienname muss in der Bezeichnung der Unternehmung enthalten sein, z. B. Schulz KG.
Rechte der Kommanditisten
Die Kommanditisten (auch Teilhafter genannt) haben folgende Rechte:
a) Recht auf Gewinnbeteiligung
b) Recht auf Information über die Geschäftslage der Gesellschaft
c) Recht auf Widerspruch bei außergewöhnlichen Rechtsgeschäften, z. B. Auflösung der Unternehmung
d) Recht auf Austritt aus der Gesellschaft
Sie haben kein Recht auf Teilnahme an der Geschäftsführung. Die Komplementäre haften mit ihrem gesamten Vermögen, einschließlich ihres Privatvermögens. Die Kommanditisten hingegen nur mit ihrer Einlage. Die Rechtsform der KG wird besonders häufig gewählt, wenn an der Unternehmung Familienmitglieder beteiligt werden sollen, die Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis des Unternehmens aber nicht eingeschränkt werden sollen.
Merke: Zur Gründung einer KG sind mindestens zwei Gesellschafter erforderlich. Komplementär = geschäftsführender Gesellschafter mit Kapitaleinlage und Vollhafter (haftet auch mit seinem Privatvermögen). Kommanditist = Anteilseigner ohne Geschäftsführungsrecht und Teilhafter.
Vorteile der Kommanditgesellschaft im Vergleich zur Offenen Handelsgesellschaft
a) Die KG steht Geldgebern offen, die keine tätige Mitwirkung wünschen.
b) Sie eignet sich besonders gut in Erbfällen für die Umwandlung aus einem Einzelunternehmen, ohne die Existenz des Unternehmens zu gefährden.
c) Komplementäre können nahezu uneingeschränkt die Unternehmung leiten.
Arbeitsaufgabe 201:
Der Verlagskaufmann Werner Schulz gründet mit dem Bankier Adalbert Moos eine Kommanditgesellschaft, worin Schulz Komplementär und Moos Kommanditist ist. Welche Unternehmensbezeichnung entspricht den Vorschriften des Handelsgesetzbuches? Lösung: Schulz KG.
Arbeitsaufgabe 202(🧭): Erklären Sie den Unterschied zwischen Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften anhand der Haftung und des Mindestkapitals.
Lösung: Bei Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, AG) ist die Haftung grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt; ein gesetzliches Mindestkapital ist vorgeschrieben (z. B. GmbH 25.000 €, AG 50.000 €). Bei Personengesellschaften (z. B. OHG, KG) haften die persönlich haftenden Gesellschafter unbeschränkt auch mit Privatvermögen; ein gesetzliches Mindestkapital ist nicht erforderlich.
Arbeitsaufgabe 203(🔍): Analysieren Sie, wie die Arbeitsproduktivität in einem Land- und Baumaschinenfachbetrieb gesteigert werden kann, und ordnen Sie die Maßnahmen den Produktionsfaktoren zu.
Lösung: Die Einführung von Spezialwerkzeug und die Optimierung der Abläufe erhöhen die Produktivität; sie betreffen den Produktionsfaktor Kapital (Sachmittel) und Arbeit (Qualifikation/Organisation). Verbesserte Beleuchtung, Belüftung und Lärmdämpfung steigern ebenfalls die Produktivität, da sie die Leistungsfähigkeit der Arbeit erhöhen. Digitalisierung/Automatisierung wirkt sowohl auf Arbeit (Effizienz) als auch auf Kapital (Technologieeinsatz).
Arbeitsaufgabe 204(⚖️): Vergleichen Sie die Haftungsregeln von OHG und KG und erläutern Sie, wann die KG vorteilhaft sein kann.
Lösung: In der OHG haften alle Gesellschafter persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch. In der KG haften Komplementäre persönlich und unbeschränkt, Kommanditisten hingegen nur bis zur Höhe ihrer Einlage. Die KG ist vorteilhaft, wenn Kapitalgeber ohne Geschäftsführungswunsch beteiligt werden sollen oder in Erbfällen die Unternehmensfortführung bei reduzierter Haftung einzelner Beteiligter gesichert werden soll.
Arbeitsaufgabe 205: Eine Aktiengesellschaft benötigt viel Kapital und soll deshalb zusätzliches Eigenkapital von vielen Anlegern aufnehmen. Welche Aussage beschreibt einen wesentlichen Vorteil der Rechtsform AG?
A Die
Aktionäre müssen grundsätzlich mit ihrem gesamten Privatvermögen für die
Schulden der AG haften.
B Das Grundkapital kann in Aktien aufgeteilt werden, wodurch sich viele Anleger
am Unternehmen beteiligen können.
C Jede Aktie gibt ihrem Eigentümer das Recht, die laufenden Geschäfte des
Unternehmens selbst zu führen.
D Eine AG benötigt kein festgelegtes Mindestgrundkapital.
E Die Aktionäre können den Vorstand jederzeit durch eine einfache private
Vereinbarung ersetzen. Lösung: B ist richtig.
Arbeitsaufgabe 206: Wer übernimmt bei einer Aktiengesellschaft grundsätzlich die Leitung des Unternehmens und die laufende Geschäftsführung?
A Der
Vorstand
B Die Hauptversammlung
C Der Aufsichtsrat
D Die Aktionäre gemeinsam
E Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Lösung: A ist richtig.
Arbeitsaufgabe 207: Welche Aussage über Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft ist richtig?
A Die
Hauptversammlung führt die laufenden Geschäfte, während der Vorstand sie
kontrolliert.
B Der Aufsichtsrat führt die laufenden Geschäfte, während der Vorstand nur
beratend tätig ist.
C Vorstand und Aufsichtsrat führen gemeinsam die laufenden Geschäfte.
D Der Vorstand leitet die Gesellschaft; der Aufsichtsrat überwacht die
Geschäftsführung.
E Die Hauptversammlung übernimmt grundsätzlich die Aufgaben des Vorstands,
sobald sie zusammentritt. Lösung: D ist richtig.
Arbeitsaufgabe 208: Zwei Kfz-Mechatroniker gründen gemeinsam eine GbR. Das Unternehmen kann eine Rechnung über 40.000 € nicht bezahlen. Welche Aussage zur Haftung trifft grundsätzlich zu?
A Nur
die GbR haftet; die Gesellschafter persönlich haften nicht.
B Jeder Gesellschafter haftet höchstens mit seiner ursprünglichen Einlage.
C Die Gesellschafter haften den Gläubigern persönlich als Gesamtschuldner.
D Jeder Gesellschafter haftet nur für genau die Hälfte der Schulden.
E Die persönliche Haftung beginnt erst nach Eintragung der GbR in das
Gesellschaftsregister. Lösung: C ist richtig.
Arbeitsaufgabe 209: Eine KG hat einen Komplementär und einen Kommanditisten. Welche Aussage beschreibt den entscheidenden Unterschied bei der Haftung grundsätzlich richtig?
A Beide
haften immer nur bis zur Höhe ihrer Einlage.
B Der Komplementär haftet persönlich; beim Kommanditisten ist die Außenhaftung
grundsätzlich auf seine Haftsumme begrenzt.
C Der Kommanditist haftet persönlich unbeschränkt, der Komplementär dagegen nur
mit seiner Einlage.
D Beide haften persönlich unbeschränkt, solange das Unternehmen Gewinn erzielt.
E Der Komplementär haftet nur dann persönlich, wenn der Kommanditist seine
Einlage vollständig geleistet hat. Lösung: B ist richtig.
Arbeitsaufgabe 210: Ein Kommanditist hat seine vereinbarte Einlage in Höhe seiner im Handelsregister eingetragenen Haftsumme vollständig geleistet und nicht zurückerhalten. Welche Folge hat dies grundsätzlich für seine persönliche Haftung gegenüber Gesellschaftsgläubigern?
A Er
haftet weiterhin unbegrenzt mit seinem Privatvermögen.
B Er haftet zusätzlich noch einmal in Höhe seiner Einlage.
C Seine Haftung verdoppelt sich, sobald die KG Verluste macht.
D Er haftet nun genauso wie ein Komplementär.
E Seine unmittelbare Haftung gegenüber den Gläubigern ist grundsätzlich
ausgeschlossen. Lösung: E ist richtig.
Arbeitsaufgabe 211: Eine GmbH wird mit Geldeinlagen gegründet und hat ein Stammkapital von 25.000 €. Welche Aussage zur Anmeldung zum Handelsregister ist grundsätzlich richtig?
A Vor
der Anmeldung müssen immer sämtliche 25.000 € vollständig eingezahlt sein.
B Eine Einzahlung ist vor der Anmeldung überhaupt nicht erforderlich.
C Insgesamt müssen grundsätzlich mindestens 12.500 € eingezahlt sein;
zusätzlich muss auf jeden Geschäftsanteil mindestens ein Viertel des
Nennbetrags eingezahlt sein.
D Genau 10.000 € müssen eingezahlt sein.
E Die Gesellschafter bestimmen frei, ob vor der Anmeldung überhaupt Kapital
eingezahlt wird. Lösung: C ist richtig.
Arbeitsaufgabe 212: Mehrere Gründer handeln bereits im Namen einer geplanten GmbH, obwohl diese noch nicht in das Handelsregister eingetragen wurde. Welche Aussage ist richtig?
A Die
GmbH besteht rechtlich bereits vollständig, sobald sich die Gründer mündlich
geeinigt haben.
B Vor der Eintragung kann niemals jemand persönlich haften.
C Für alle Verbindlichkeiten haftet bereits ausschließlich das spätere
Stammkapital.
D Wer vor der Eintragung im Namen der Gesellschaft handelt, kann persönlich und
solidarisch haften.
E Die persönliche Haftung entsteht erst nach der Eintragung in das
Handelsregister. Lösung: D ist richtig.
Arbeitsaufgabe 213: Ein Unternehmen soll als Aktiengesellschaft gegründet werden. Welches gesetzliche Mindestgrundkapital ist erforderlich?
A
50.000 €
B 25.000 €
C 12.500 €
D 100.000 €
E 1 € Lösung: A
ist richtig.
Arbeitsaufgabe 214: Welche Aussage über den Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft ist richtig?
A In
jeder AG besteht der Aufsichtsrat zwingend zur Hälfte aus
Arbeitnehmervertretern.
B Arbeitnehmer dürfen grundsätzlich niemals Mitglieder des Aufsichtsrats sein.
C Die Hauptversammlung wählt ausnahmslos sämtliche Mitglieder des
Aufsichtsrats.
D Der Vorstand bestimmt grundsätzlich alle Mitglieder des Aufsichtsrats.
E Ob und in welchem Umfang Arbeitnehmer im Aufsichtsrat vertreten sind, richtet
sich nach den jeweils anwendbaren Mitbestimmungsvorschriften.
Lösung: E ist richtig.
Schaubild 1:
Schaubild 2: